Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

77?

Kirchen-Historie Neues Testamentes

vorher von getöbtet worden, den Käyser

Umzubringen. Da nun dieser bey Larrs, in Mesopo-tamien einen Abtritt nahm, ergrieff gedachter Haupt-mann, welcher hieß, dir Gelegenheit, und

stieß ihm einen Dolch von hinten zu in den Leib, daßder Käyser gleich auf der Stelle liegen blich.

Der Thäter nahm zwar die Flucht, und wäre auchentkommen, wenn er den Dolch weggeworffen Hatte.Allein eben hieraus verstunden die Deutschen Reuter,so zunächst dabey Hielten, unrecht, und schössen ihndanieder.

r.E«mv8 stellete sich vor allen andern tranrig, midließ ihn gar unter die Götter setzen, wie er ihm denneinen Tempel baueke, und Priester darzu bestellete, wo-mit doch der Römische Rath so wenig zufrieden war,daß man seine Asche und Gebeine nur verstohlenerWeise in demKüyserlichen Vegräbniß zu Rom beysetzenmuste.

2Z. KIMKINV8. ,

Käystr Anno 217. ermordet 218. regieret r. Jahr r. Mo-nat und 28. Tage.

Er war ein Maurrranier von geringem Herkommen,und nachdem er anfänglich oi^vriäui, welcher cL?.L,Schwieger > Vater war, Verwalter gewe-sen , kam er bey dem Käyser zur Stelle eines kraeleÄi

jjisekorio.

Als er zum Käyserthnm gelangte, nahm er seinenSohn von etwa 10. Jahren zum Reiche-Consortenan. Allein die Freude währete nicht lange; sondernnachdem er zu Antiochien mehrentheils in Wollüstenetwas über ein Jahr zugebracht hatte, so kam ein ge-wisser falscher /mrorunvs zum Vorschein, welcher vonder Armee ausgenommen ward, und nachmahls unterdem Nahmen uki.is«LLLi.l regierete.

Es kam zur Schlacht, worirmen XtäLKMV8 dieFlucht crgriess, auf selbiger aber erhäschet, und nebstftmem Sohne des Lebens beraubet wurde. Die Um-stände gehören in die Politische Historie, st)

24. NLlckOLMMVL.

Eebohren Anno 204. Käystr 21z. ermordet 222.

Er hieß sonst VMIV8, und wird vor einen Bastardausgegeben. Er war Priester der Son-nen ztt Lmeia in Syrien; daher er den ZunahmenMlckOLMMI. oder eigentlicher wel-

cheS so viel als GOrk der Gchopfier Heissen soll, an-genommen. Denn die Sonne, als ein kräfftig wir»«endes Gestirn ward von den Heyden vielfältig vorGOtt den Schöpffee gchalteu. 1)

Er war nicht 15. Jahr alt, da er Käyser ward: wasihm aber an den Jahren abgieng, das ersetzte er durchseine Voßheit, wre er denn in den wenig Jahren sei-ncr Regierung so unflätig gelcbct, und tyrannisiret,-aß die Scribenken von andern in vielen Jahren nichtsoviel in diesem Stücke, als bey ihm, zu crzehlen wissen.

Von seinen Unreinlgkeiten und andern mehrentheilsläppischen Vornehmen nichts zu gedencken, so Nahm«r sonderlich mit seinem vermeinkenGötte viel alberZeüg

tc) iä VtO l,b. 78. ttb-

lid. z. t) llb.L» kSf.Z.

k»8- 7-7z

vor, und verheurathete selbigen mit derCarthaginenst-schen Göttin Vrania, oder nachiderPhönicier BenennungMärte, welche er zu demEnde von da abholen ließ. Sol-chen Götzen zu Ehren stcllete er offt kostbare und wun-derliche Täntze an. Diß wiederriekh ihm seine Groß-Mntter und ermahneke ihn, vrelmehr den Rö-

mischen Gottesdienst anzunehmen. Allein er schicktedem zuwiedcr nicht nur seines Gottes, sondern seineigenes Bildniß nach Rom voraus, und befahl sie mit-ten auf dem Rarhhause auf das Haupt der Victorrezu fetzen, damit ihm allemahl, wenn der Rath zusam-men käme, geräuchert werben möchte. Ja, er befahldem Rathe bey dem Opsser vor allen andern Götternden Gott MlckOLMMVbl zu nennen, m)

Weil raoerä wohl merckte, daß es mit lkLstlOLM6M0 nicht lange Bestand Haben würde; so rieth steihm, Alexandern, seinen Vetter von der Mutte»Schwester, zu aüopcixcn, damit er seines Gottesdien-stes desto besser warten, MKX^bMM «der vor dasRegiment sorgen möchte. Der Vorschlag gefiel ihm,daher die sgoprion mit Bewilligung des Raths sogleichihren Fortgang Hatte, ohngeachtek der angenommeneSohn nur 4- Jahr jünger, als sein neuer Vater war.

Den NLlckOLMMVtck aber gereuete diß Merckgar bald, weil MkX/rbMM wegen guter Anführungseiner Mutter nicht mitmachen wolte. Er jagte dem-nach alle gelehrte Lehrte, die von seiner

Mutter gehalten wurden, vsm Hofe, ließ etliche garumbringen, und suchte Alexandern auf mancherleyWege auf die Seite zu schaffen. Allein die Soldaten,wie auch seine Mutter wandten alle Vorsicht an, daßihm der Tyranne nicht beykommcn koiile. Ja, alsdie Titel an den Statuen Alexan-ders im Lager mit Koth beschmieren lassen, so warddie Armee darüber schwürig, und hätten IMlckOLK-KMVkl ermordet, wenn sie nicht noch einer von sei-nen Hoffmeistern begütiget hätte.

Indessen zwangen ihn die Soldaten, daß er viel bö-ses Gefindel vsm Hofe schaffen muste, und den Hoff-meistern ward anbefohlen, den Käyser zu einer andernLebens-Art anzuhalten, und nicht zu gestatten, daßeiner von Freunden mit Alexandern

in Compagnie käme. n)

Diß verdroß den Käyser »och mehr; daher er be-schloß, den Tod Alexanders nicht ferner aufzuschie-ben. Zu dem Ende befahl er dem Rath über Halsund über Kopss auö der Stadt zu weichen, damit stenach Alexanders Tode nickt einen neuen Käyser wäh-len möchten. Indem er aber durch ein falsch ausge-streuetes Gerüchte von dem Tode Alexanders die Sol-daten auf die Probe stellen wolte, so ward ein Auf-stand bey der Armee, Laß sie kurtzmn Alexandernsehen wolte.

Aus Furcht nun muste Ml.IO6MMV8 Alexan-dern mit auf seinen Käyftrlichen Wagen nehmen, undnach dem Lager fahren, da es denn gcschach, daß dieSoldaten Alexandern mehr «mufften als MlckO-

m) 1.E?KIVIV8W NLHOQMMO c.26 28. «L-K00EVS Ub.5. ») 14 ,« r. c. «sx. 17.