gos
Kirchen-Historie Neues Testamentes
fertigen und Ganfftmürhigen! werden wederdie Vcrfichrecen nock) die Verfrchrer feindseciiganlassen, oder sie mit Gchmach-^eden erbittern.XXVIil.
Wonnnen zeigte sich die Liebe gegen sich'selbst?
Sonderlich in diesen drey Stücken:i. In der Verleugnung. §. In der Mäßigkeit,z. In der Keuschheit.
XXlX.
Wie zeigte sich die Verleugnung bey denChristen?
will nichr,^denn ich bin eine Christin, und die sindmeine Bruder , so GDrres Wort bewahren, r)Anderer vielen Exempel zirgeschweigen.
XXX
Wie zeigte sich die Mäßigkeit der Christen ?
^ Sie hielten die Nüchkerkeit vor eine Mutter allesGuten, und die Trunckenheitvorden Ursprung aller La-ster. Denn da bey andern Dingen der Geist desto freyerwird, wenn der Leid gedruckt undbeschwerct ist, so wirdhingegen beyderVöllerey Leib und Geist zugleich ver-derbet. e)
Ihre Mahlzeiten waren züchtig und nüchtern- DerSchwelgerey hiengen sie durchaus nicht nach, vielweni-
wenn wir, spricht ein rechtschaffener Christ,
der,» solcher Verleugnung stund, die Welt nur lhrem sondern sie waren schlich in Emsthafftigkeit bey keuschenWeien vorIMtzluh htelten, so wolcen wir alles untüchtigen Gesprächen, u) ^ ^ ^ u,ryrn
leicht von GM» erlangen, dem sa alles zugchörec. Allein, wir wollen lieber den Reichthumverstff>inähen, als behalten , und fordern von
So bald L7?KIL«V8 den christlichen Glauben erwäh-let hatte, Hielt er vor GOtt gefällig, sich der Mäßigkeitzu ergeben. Denn dadurch meyncte er,ksnne das Hertz
verschmähen, ais ocyarren , unv sv^>.kri» ...
GMtt viel lieber Unschuld undGcduld, als an-lam besten geschickt gemacht werden, und der Sinn zudere Dmge. iglucklichem Begriff der Wahrheit gelangen, welches
Man muß, ennahneten sie, alles irrdische, was auch der Erfolg bestätigte, x)man in der ocir empfangen hat,und aucb) mir der OKI6MLS y) spricht: wie kan die ReusthheicZeit vergehen wird, eben so, als dir Welr selbst hey den Christen unverletzt erhalten werden,wennverschmähen, als dessen Pracht und Lüsten wir sie nicht durch eine genaue Enthaltung unrersm-schon damahls abgesagt haben, als wir durch ei- r;ec ist? wie kan er die Schristr studiren,Erka«r-nen seeligern Übergang zu GDtr gekonunen ntffund weißheit lernen, wenn er sich nicht dero) Mäßigkeit des Leibes befleißiget? wie geschie-
Wer da sein wahres Heil verstund, und nach seiner her die Verschneidung um des Himmelreichs wil-Seelen Sceligkcit begierig war, derselbe sagte diesen, len anders , als wenn man sich den Überfluß derLeben ab, und verleugnete sich selbst, nahm sein Creutz Speisen abschneidet, und die Enthaltung seineauf sich, und folgere Christo nach. Solchergestalt vcr-jDwnerm dabey seyn lasset/
lohr er zwar auf gewisse Weise gleichsam seine Seeleum Christi willen, indem ihr die fleischlichen Wollüsteentzogen wurden: «keiner erhielt sieinbcnWcrckendcrEottseeligkeit zum ewigen Leben. ?)
^ ^ ^ .r -r:
Im übrigen pflegten sie in christlicher Freyheit zu fa»sten, wenn es ihnen gut dünckete , und ward gantz undgar kein Zwang oderAbcrglaubm daraus gemacht, r)XXXI.
jottseelrgkelt zum ewige» reoe».
,.E W zeigte sich die Keuschheit dee Christen?
zumahl da sie selbst vor ihren Eltern einen Abscheu Hat^,,„,„ff^77n,7re,u ^
ten, wenn sie wider Christum etwas rathen wolten. Ja, viel behielten unter wnen,doch
indem sie GOtt aufrichtig dieneten , so waren sie auchselbst in ihrer Stadt als die Fremdlinge. Denn weil
sie sich durch die Gnade des H. Geistes der fleischlichenLüste enthielten, und den Wandel nach dem alten Men-!schen ablegetcn, so waren sie auch mitten unter ihrenLandsleuken,und selbst unter ihren Bluts-Verwand-ten , von dem irrdischen Leben entfremdet, g)
Der junge Märtyrer L?i>ignv8 verließ heimlich sei-ner zwar vornehmen und reichen, aber in derheydnischenBlindheit verstockten Eltern Hauß, und war vor seinenzeitlichen Unterhalt nicht das geringste bekümmert;weil er seine Hoffnung aufGOtk gcsetzcr hatte, r)
Die Märtyrin vicroxrz wardin der Marter gefragt:Ob sie lieber bey ihrem noch ungläubigen BrüdenroKT-vnäHä^o seytt wolte? Sie antwortete aber: Ich
unbefleckt an ihrem Leibe, viel behielten unter ihnen,dochohne Stoltz, eine beständige Iungfrauschafft , und wa-ren dermaßen vor aller unordentlichen Begierde nachfleischlicher Vermischung entfernet, daß sie offtmah.len selbst den keuschen Gebrauch der Liebes-Wercke ver-mieden. a)
Die Lehrer waren überaus sorgfältig, das jungeVolck bey der Keuschheit z» erhalten. Als gewisseJungfern, die sich doch,nicht zu heyrathen, vorgenom-men hatten, mit einigen Kirchen-Dicnern, in deren Hau-fern sie wohnrteu,gar zu frey lebetcn, wolte sienv5 durchaus nicht länger bey ihnen lassen , damit sienicht durch Betrug des Teufels zu Falle gebracht wer-den möchten. Ja, sie muffen vor solche allzugrosseFreundschafft hertzlichr Busse bezeugen, damit man dar-aus
r>) j'ivs k-'^ix in oci'xvio. n) cikkix.
I4V8 ä« äisciplin» L ttsbiru virßlnum p. 229, p) OKI6K-dIK8 >r> XlÄlrk.triü.2>p»rc.2.p.42.e6i».8-lrI.r57k.-i)kOd1-1IV8 Oi»conuü in -II» L. crkkl/rdll. ») LVWIV8 s-m»rr^r. c, 4«
-)8^k0dttV8 »-i L.c.zoz.n. 56 . r)Okltzkdik8 bom.y.m l.euir.parr.1. p. rz6. u) dUdiVr. kLI-IXia OL^V.X) ?OdlHV8 i» vi» cT'PKI-ri^I. dom. ro. in I ^ic. n.
159. -) Mäem. ->) NldrvUVL I-LIAX m OLUVIS
26.