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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Histsrl« Neues Testanreuks

Alexandrien her, und ergab sich dem Mönchs-Le-den, in welchem Grande er schon einen unerschrocke-nen Muth gegen die Arianer bezeugen / und sich son-derlich dem ketzerischen Bischoffe zu Antiochieu r-Lou-rio wiederfetzte. x)

Als ^ri.r'rlv! j„S exilium muste, nahm er sich,nebstdem Aeltesien oioooieo, der verlassenen Gemeine aufsbeste an, und machte zuerst die Anstalt, daß in Absin-gung der Psalmen zwey Chöre einander antworten sol-reu. (Siehe oben p.652. ig.)

Im folgenden ward er Nettester, und endlich durchdieBeystimmung desLoncilü zuConstantinopelnachAbsterben Bischoff, wobey ihm die Bischoffe

vloooRV5 zu Tarseu, und zu Leroea die Hän»>de auflegeten. ?

Anno ;87- ließ der Käyser o»xovo8,v5 eine unge-wöhnliche Schätzung wie an andern Orten, also auchzu Ankiochien mit ziemlicher Schäcffe eintreiben. Dar-über entstund ein so hefftiqcr Tumult, daß alle Kay-serliche Statuen von ihren Postamenten gemorsten,und mit vielen Schimpfs-Worten durch die Stadtgefchleiffet wurden.

Der Käyser empfand solches sehr hoch, und schwur,-der Stadt nicht nur alle knuitegia zu entziehen, son-Lern sie auch auf den Grund zu schleiffen.

Indem nun das angedrohete Unglück der furchtsa-men Stadt bevor stund, so sieng ein jeder an, die boß-haffre That schmertzlich zu bereuen, worzu sonderlichc»LV5U5^oi>rv8 durch seine Predigten ein grosses beytrug.. Zuletzt entschloß man sich, den Bischoff IVAVl-z-LlVlck an den Käyser zu senden, und um Gnade zubitten. Er kam also nach Constantinopel, und in das?Gesichte des Käyftrs, kramte sich aber nicht hinzu zugehen, sondern stund mit niedergeschlagenen und thrä-nenden Augen von ferne. Der Käyser begab sich end-lieh selbst zu ihm, und hielt ihm, doch ohne Affect,dieUndanckbarkeit der Stadt Ankiochien für. Der Vi-'schoff redete hierauf dem Käyser so beweglich zu, daßer sonderlich durch die Vorstellungen der hertzlichensReue des Volckcs, und die Exempel der Barmhextzig-keit GOtteS und Christi bewogen, sich zur Verzeihungentschloß, Gnaden-Briefe vor die Stadt ausfertigte,und den Bischoff eiligst damit zurücke sandte; welcherdenn, wie leicht zu erachten, mit der, gröffesten Freu-den-Vczeigungen aufgenommen, und GOtt vor dieErlösung aufs inbrünstigste gedancket ward. y)

Seiner Episteln gedencket ?blOHV8 , 2) und vonseinen llomilien sind noch einige krsZmems beymIM0VOKLIO a) anzutreffen

lll. Zrr Cäsarien in Palästina.xV8MV8

Bischoff ohngefehr Anno z 10. rstirbt 540.

Man gab ihm den Zunahmen wegen der

besondern Vertaulichkeit, welche er mit dein Aeltesienund Märtyrer oän?«n.o gepflogen, dessen oben 9.740.gedacht worden.

X) HtLO VOKLI'VZ «ik.2 c,p. 24 . üb. 4 . c,p.25-»ntiguie. ecclek. ii» »ic, LMr805K)dH« 2 )

c«ä. 52. ») vi,l. I. <L 2.

Er -ward in Palästina, und vermuthlich zu Cäsa-rien, ohngefehr um das Jahr 266. gebohren. DerBischoffäüäi-ivs machte ihn bald nach vä^run.o zumAeltesien. Nebst ?Lr.ir«,Lo hielt er gute Freundschaftmit dem Aeltesien und Catecheren zu Alerandrien oiL-kuo, und r-iLEio, dem Bischoffe zu8ebsttes in l'onco.

Nachdem Märtyrer-Tode verließ LV8L-

LI V8 Cäffrien, und entwich in Egypten, wiewohl dieVerfolgung au diesem letzter» Orte so sehr wüthete,als in Palästina. Man nahm ihn auch daselbst beymKopffe, und seine Feinde versicherten, er habe, sein be-ben zu erhalten, geopfert, welches aber billich als ei-ne Verleumdung angesehen wird. b)

Als die Verfolgung in Palästina aufhörete, kam erwieder zurück nach Cäsarien, und erlangte bald dirdurch L6üi>lvn erledigte Bischoffs-Würde, wobey ergute-Vertrauli'gkcit mitr-Lvomo, Vifchoffen zu Ixeo,hielt, und bey Emwcyhung der dasigen Kirchen Annoz 14. eine herrliche Rede hielt, c)

Im folgenden ward er in die Arianischen Streitig-keiten verwickelt, und kam in Verdacht, daß er derMeynung dieser Ketzer beypflichte, weil er vor Lklvn,der ihn mit feinen listigen Verstellungen Hintergieng,und solche Glaubens-Bekünntniffe aufsetzte, welcheziemlich rechtgläubig gedeutet werden tonten, an denBischoff zu Alexandrien geschrieben. Doch LV8L-bl V8 fleteuflirexc sich, und bezeugte auch auf dem Lon-ccho zu IVcsea, allwo er die Ehre hatte, den Käyseranzureden, <l) und ihm zur rechten Hand zu sitzen,daß er der Qnstoäoxen Meynung bcygelhan wäre.

Anno zzo. ward er einstimmig nach der AbsetzungevnLi'Ml zum Bischoffe zu Ankiochien erwählet. Alleiner schlug die vocsnon großinüthig aus, obgleich dasBi'ßthum vornehmer und wichtiger war, als das sei«nige: worüber ihn der Käyser cor-'z-r^^-ri^rvs ungemeinlobete, c) wie ihm denn dieser Käyser überhaupt alle-zeit sehr gewogen war, und ihn öffrers mit seinenSchreiben beehret?. k)

Es war auch LV8WIV8 allerdings ein Mann, dessenchristliches und strenges Leben, ungemeiner Eifer vordie christliche Religion, und vortreffliche Gelehrsam-keit ihm durchgchends eine Hochachtung zuwegebrachten» ß) ^ '

Von feinen gelehrten Schaffte», dannnen der 8t/-lus doch etwas unzierlich und hart ist, b) sindVorhandene

!. Das Lkrnincon, welches bis auf das Jahr Christi Z25.gehrr, und von tti»r»«xms, wiewohl mit einigem Zusatz,ins Latein übersetzt worden. Das Griechische ist verloh-nn gegangen, ausser was Lcalix-r auS dem Sxncello, Ls»ljrsno lind ckronicy /ll-x,närinn zusammen gesucht, undmit ttieronxmi v-rbvk,, auch seinen Anmerkungen 1606.zu ßeyden heraus gegeben, welches aber vor LuKbii ei-gentliches Werck nicht kan gehalten werden.

2. kr,e-

b) loc. cic. in »its LV8L8H. c) LV8LSIV8 tt.

L. Ub.lO. c. 8- ä ) 8O70iVlk-k^V8 lib. r. c. 9. KV8LMV8in vi»z ik, pi-ooel». ik. db.z c. n. e) Lss.

cOde81'^dS1'tt>tt in xi» eins ,p. LVSMVdl lib. z. c.6k.f) jbiclrm ^,rlim. g) 80Lktr^L8 lil». 2. c.g. lr) kttO-HV8 coä. lz.