IV. Leeulum. VI. e,p. Von dem inner!. Zustande L.r Kirchen.
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Als der Käyscr nachLöclH kam, und die Sradk vol-ler Rechtgläubigen fand, gab er dem Lands-Haupt-manne eine derbe Maulschelle, daß er sie nicht vertrie-ben hatte. Da nun die Gemeine erfuhr, daß man sie, zum/lnÄnilmc, zwingen wolte, liess alles in die Kirche,n»d bekannte sich willig und bereit, den Märtyrer-Todauszustehen. Unter andern cilete auch eine arme Fraumir ihrem Söhnlein an der Hand dahin, und als ihreben der Lauds-Hanpkmann begegnete, und sie fragte:Wohin sie so Hefftig eilcte l antwortete sie freudig :Sie wolre neb-st ihreru Sohne auch gerne unterder Zghl der Märtyrer stehen. Diß bewegte denLands - Hauptmann, basier dem Käyser solange zu-' redete , bis er das bereits abgefassitc Edict wiedereaßirere. o)
Nach Tode brach die Flamme auch in E-
gyptcn aus. Der neue Bischofs r-L^vs muste ins Ge-fängniß. Der Stadt-Vogt v/mumvs, welcher einWelche war, siel in die Kirche Ickeonae, und hausitcdannuen aufs gottloseste. Die Nonnen wurde» na-ckend ausgezogen, mit höchsten Schmach-Reden durchdie Stadt gcfuhret, geschändet, und zn Tode- geprügelt,die Kirchen-Diener ins Elend gescistckt, auch viele ge-lobtet , und unbegraben liegen gelassen. Anderer Mar-tern und Boßherren zugeschweigen. g)
Alles dieses gcschach unter der Anführung des Aria-uischen Bischoffs rvcn, welcher' den rechtgläubigenPLckkVlck vom Stuhle verdrungen hatte- Es brach,te es auch dieser gotkesvergessene Mann soweit, daßkein Rechtgläubiger in gantzEgyptcu sicher war. DieMönche in den Wüstemyen, blicken nicht verschonet,und wurden sonderlich auch die beyden berühmten XI.V-(ltlkck, davon der ältere 50. Honülicn hinterlastenhar,dem jüngcrn aber eine llcgM» mc-nschjca.nnd ein Ge-spräche vom Ausgangs und Zustande der Seelennach dein Tode, wiewohl ohne guugsame Wahr-scheinlichkeit, zugeschrieben wird , g) auf eine Insulverwiesen, r)
Der verblendete Käyser vergieng sich bei) -lescrVer-folgung soweit, daß auch die Heyden das Unrecht er-kannten , immasien der heydnische kbilatopbu« DULt<!irrivs in einem besondern Buche VcklckdlckLkck erinner-te, er möchte um so geringen Zwiespalts in der Leh-re wegen doch nicht soviel Unruhe in seinem Reiche er-wecken, zumahl, da er wohl mehr als Hundert solcheZwistigkeiten vsn den Heyden erdulden könte. n) DieseSchufst machte den Kayser wohl etwas gelinder', daßer nicht mehr soviel Blut vergießen ließ, doch jagteer desto mehr ins Elend, bis der Tod siinen unchnst-li'chen Uiiternchmuugku ein Ende machte, wie in sck-vcm Leben angezeiget worden.
Das VI. Capitel
Von dem innerlichen Zustande derKirchen.
1.
Was wird in diesem Capitel vorkommen ?
Zweyerley
i. Der rechtschaffene Zustand des Christenthums-s. Der Verfall des Christenthums.
il.
Was bemerktet man bey dem rechtschaffenenZustande des Christenthums?
Wieder zwey Stücke
1. Den Glauben der Christen.
2. Das Leben der Lhrrsten.
;n.
Worauf hat man bey dmi Glauben achtzu geben?
Auf säufst Stücke
1. Auf die Busse und Bekehrung.
2. Aus die Wiedergeburt.
Airs die Erleuchtung.
4. Auf die Erneuerung.
5. Auf den Glauben seibsten«
IV.
Wie stund es um die Busse und Bekehrung ?
Wenn die Seele, die durch die Sünde in dieMachtdes Satans gerathen war, und in der Abwcndungvonihrem himmlischen Bräutigam stund, solches ihresElendes erinnert wurde, so beweinte sie es vor denAugen des freundlichen GOttes, und fand da Lebenund Heil, darum, weil sie zn ihrem Ursprünge wieder-gekehret war. r)
Es muste also zuvorderst eine rm geheuchelte Erkännt-niß der Sünden iuder Busse gcwmcket werden. Dennder Geist GOttrs machte durch seine Ankunft dieBlindheit des menschlichen Unvermögens unruhig m,Srege, und entdeckte das Elend gar nachdrücklich, u)Daher bezeugte ttX4LK08IVL x) von solchem seinemZustande: Ich erkannte meine Sünde, und deck-te meine Missethat nicht zu. Ich harre gesün-diger, und konre keine Entschuldigung vorwcn-den. Der Mund war mir gestopsscr,wie sonst al-len vor dem HErrn geschähet.
Sie redeten dabey von einer Zerknirschung des Her-tz ens , in welcher sich die Empfindung der Gnade inetwas zurücke zog, damit man zu seinem Besi-n mitdem Satan kampfsen, und also den Sieg erhaltenmuste. y) In solcher Bemühung bcweincien sie ih-re Sünden, und winselten wegen des Unflats in ih-rmr Gewissen. 2) Die Seele muste sich mit Dicke«Thränen von den Sünden scheiden, das vorige Ver-dammte Leben Hassen,, nnd das Gedächtniß davon ver-suchen. Sie -muste die Drehungen des ewigen Gc-richtS nach-er Lehre von der göttlichen Furci't wohlfassen, und innewerden, daß die Büß-Zeit eine ZeitSes Magens und Heulens sey. 2)
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