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Kirchen-Historie Neues Testamentes
< 3 k^ 60 XlV 8 t) schreibt von seinem BruderS^KIO, daß er die Ehre dieser Welt, so ihm we-gen seiner Gaben geschehen, vor Rinder-- Spielund Puppen-Werck gehalten, ja das Welt-We-sen nur als eine Comsdie angesehen , welche so-gleich wieder ihr Ende nähme, so bald sie ange-gangen. 6 ^ 8 IIckV 8 XI. sagte aus dem Grunde solcher
cke: Daher sich solche Ehe-Leute unter einander nurSchwestern und Bruder nenneten, g) oder sie nahmendoch beyder Sicherheit der Ehe die Vorsichtigkeit desledigen Lebens in acht. t») Es gab Weiber, welche, obsie gleich im aosten Jahr Wittwen wurden, doch nichtwieder heyratheten, welches auch die Heydcn lobeten.i)Eben nun aus Liebe zur Keuschheit war man der an-
Verleugmrug, als er mit »em Lxijio bedrohet ward: Ich dern Ehe so zuwieder, daß sie auch aufunterschiedenenkan, eigentlich zu reden, nicht verjaget werden :j8yno-lis, bey erraffe des Kirchen-Bannes auf gewisse
denn ich bin an keinen gewissen Ort gebunden.Ich sey, wo ich wolle, so finde ich mein Vater-land. Die gange Erde ist des «HErrn darinn ichnichts, als ein Fremdling und pilgrim bin. u)
XXX
Wie zeigete sich die Mäßigkeit der Christen?
Die Anfänger im Christenthume kampffeten mit demMißbrauch der Gaben GOtteö, mit der UkerfüllmrgimEssen und Trincken, und den Niedligkeiten darinnen.Dahero speisete man mäßiglich, und füllet« niemahlsden Leib gantz aus. Es war nicht gnug vom Weinnüchtern zu seyn, wenn man dabey von dem Überfluß der,Speisen gleichsam voll geworden. 7 )
Der Mönch brauchte zur Speise bloß
Brod und Saltz und zum Tranckr Wasser, Anderegenossen bey dem nach Beschaffenheit des Landes nochdürre Feigen, Wurtzeln, Kräuter und andere Erd-Früch-te. s) Mehr Exempel hiervon kan man im ersten Ca-pitel nachschlagen,
Doch machte mau niemanden ein Gewissen über derSpeise. Also bekam der H. 8kIst1!)IOdI einsten einenGast, welchem er Schweme-Fleisch vorsetzte, und selbstgetrost zu essen anfieng. Der andere wolte nicht zulan-gen, verwendende,erwäreein Christ. Aber8kIXil)0 >-benahm ihm seinen Aberglauben, sagende; Ich binauch ein Christ, und eben darum müssen wir unsdestoweniger solcher Speise entziehen. Denn dasWort GÜ)ttes saget uns, daß den Reinen allesrein ist. b) Also pflegte der fromme Mann dlüköH^dIV8, wenn er bey andern zu Gaste war, von al-lem, was vorgesetzt ward, ein wenig zunehmen , damiter sowohl allen Aberalauben vermiede, als auch dabeydennoch'die Mäßigkut macht nehme.c)
» XXXI.
Wie zeigte sich die Keuschheit der Christen ?
Diese ward so »nacht genommen, daßman auch dieAugen zähmete und zurück hielt, ss) Wenn sie den Ge-setzen des Ehestandes folgeten, so opsserken sie doch dengrösseren Theil ihrer Liebe Christo auf. e) Oder sie le-beten in einem freyen ehelosen Stande, und sagten demFleische ab, damit sie sich desto näher mit der reinen undunverderblichenGotthestvereinigen möchten.c)
Einige lebten auch selbst in der Ehe ohne eheliche Wer-
Zeir, verbothen ward, und der bekehrte Iüde Iojeph,weichen zum Grafen geinacht hatte, kon-
te sich des Bischöfftichen Amteö, welches ihn? die Aria-ner auftrugen, nicht besser enlschüttcn, als daß er sagte,er sey zweyinal verhcyrarhet gewesen. K)
Damit auch der Zweck eines züchtigen und keuschenLebens um so vielmehr befördert und erhalten werdenmöchte, so waren sie aufdäs Tantzen, Schauspiele unddergleichen Üppigkeiten sehr übel zu sprechen, und setz-ten sogar denKirchen-Vann auf dergleichen LxccM-. 1)überdiß erforderten sieErbarkeit m der Kleidung, derenman sich zur Nothwendigkeit gebrauchen müsse , in-glcichen die unanstandigcli Theile des Leibes zu verber-gen,und die Schaum-Nöthe zu bedecken,welche durch dieSündeaufdie Menschen gebracht worden,
XXX! i.
Was iftvon dem Verfall dcö Chnstenthumöm diesem Feculo zu merckcn ?
Die Gelegenheit hierzu war ausser Streit der äusser-kichen Ruhe und Glückseligkeit unter den christlichenKäyfern zuzuschreiben , wie solches die rechtschaffenenLehrer der damahligen Zeiten selbst mit deutlichen Wor-ten anzeigen, n)
Überhaupt wurden die Gemeinen sehr unrein,das ist,mit viel ruchlosen Leuten erfüllet, n) 'Die Bekehrungder meisten war nur eine äusserlich? Verstellung , wieman denn Exempel hm, daß sich manche den Käyfernzu gefallen bald zu den Christen , bald zu den Hcyden ge-halten» y) Das wahre Licht Christus erleuchtete nichtai!e,g) weil sie sich durch ihren Muthwillen selbst solcherWohlthat berauberm- r)
Was war es nun Wunder, daß man bey solchen Um-ständen klagen Hörete, wie ncmlich die Christen nunmch-ro so arg) wo nicht ärger, als die Hcyden geworden: 5 )^X»Mo 8 lV 8 r) klaget: Ich wndedieHeerde Chri-sti, und kan keine Frucht davon erlangen- Ichweide die Heerde des HErrn , und erhalte keineNahrung der Gottseeiigkcrr davon. Denn es er-freuet
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