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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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IX. 8 eculum. m. <ü-»p. Von dem Kl'rcheil-Regr'menke.

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^elheit in der Welk entstanden / und die guten Künsteund Wissenschafften fiengen an bey einer häßlichenNachläßigkeit der Leute gleichsam begraben zu werden:allein es ist solches nicht so durchgeheudö durch alle die.fe 8ecula zu verstehen ; wie man denn zumahl in vor-habenden 8eculo eine sonderbare Bemühung nach derGelehrsamkeit bey vielen Leuten wahr nimmet.

Die Schule zu Paris, welche zwar cäxoLvx »5. ei-gentlich nicht gestifftet, aber doch die erste Gelegenheitdarzu gegeben, befand sich unter rvocivico rio bereitsin einem ziemlich guten Stande, r)

In Italien gedencket man der berühmten Schulenoder Academien zu r-eov/c und sorormz, bey

welchen cxaor.v4 >i. gleichfalls ein vieles beygetragenhakte, u) ^

In Deutsthland waren die Klöster und LvilegiaCsnonicoruln nichts anders als Schulen / wie sonstcnschor: bemercket worden.

In EngcUand ka>n die Universität zu Oxford un-ter dem Könige ^xi.k«roo Anno 885- und 8kü. in be-sonderes Aufnehmen, worzu sich der König des Bey-standes und dcrGeschicklichkeit des gelehrten sinn ävur bedienete. Es wurden allerhand neue und ansehn-liche Gebäude oder LoUc^ia aufgerichtet, worinnenman die Lrsmmsric, Kla bemsüc, Philosophie undTheologie äocirete. Einige neue Gesetze aber, welchezur Wohlfahrt der Akademie in Schwangzu bringen suchte, gaben Gelegenheit zu vielen Zwi-stigkeiten mit den Studenten/ brs sich Lkri^,,Lt.vv8nach^'nrron begab, um solchergestalt fernere Uneinigkeitzu vermelden, x)

Sonst'war noch die Hohe Schule zu Canrelbergim Ansehen / welche sich wegen des Alterthums mit

gestifftet morden, davon ich aber nur die berühmte»ten berühren kam

Das Kloster orvanx in Burgundien, welches derHertzog Milhelm der Fromme aus Aquitanien auf-geführet / und reichlich brschmcker. Die Zeit seinerStisstung fället unter dem Pabst LVXILNO m. bDerStiffter des C> müaceuser-Ordens, dessen Ei'wich.rung nach der Regul Lvncäiöci gemacht worden/warNLLNO ein Abt von 6lgnisv. Dieser Orden brachtedie gantz verfallene Kloster-Zucht im Occidcnt einigerMassen wieder zu Stande, und ist durch unk rschiede-^ne Ordens-Brüder, davon sxLsoxivr vn. l7.

und n. Päbstc, andere aber Cardinäle, Bi-

schösse und sonst grosseLcute gewesen,berirhmr worden, c)

Das Kloster Cordey oderCorwey in Wesiphakn,welches zum Uiirersetzeld des alten Lorbey oder ^ bisin ?n.c«räie das neue Cordey genennct ward, stisstekel.vnovicv5 7-IV8 auf Einrarhcn Abrs zu

Loi bie in Franckreich / nach d r Regel L ne^j^j, be-schenckte es auch mit der Stadt Höxter, der Ereöburgund ander» Gütern und Freyheiten. Die daselbst aus-gerichtete Schule, woraus viel geschickte Männer ge-kommen , hat sich einen sonderbahren Ruhm zuwegegebracht. Anno 8z6. hak man den Cörper des Heil.Viii aus Franckreich dahin versetzt, welchem nachmahlsder Käyser i-o-rn^xivr Anno 84z. die VxHone über denKönig der Rügiancr aed'rixivi.v», zugeschrieben, wei-len sie sich eben am VeitS-Abend zugetragen, wie dennnoch ein Kayserlich Diploms vorhanden, darinnendie eroberte Iusul Rügen diesem Kloster geschcncketworden, c!)

Das Kloster Hirschau Venedickincr - Ordens im

vertragen kam y)

XII.

rm ziepen,welcyenn wegen oes ^.rerryums m.r H^,;egrh,m. Würtenberg war schon Anno 645- vonder - xfordischen noch brö auf den Heutigen Tag nlcht Gräfin von Calw angeleget worden, nschmah-

lcn aber dergestalt eingegangen, baß in vielem 8eculc>Anno 8zc>. eine gantz neue funclskion geschehen, e)Das weibliche Stifft Gandersheim, welches derHertzog l-vvori-uv; zu Sachsen um die Mitten dieses8eculi angeleget, und folgends von Käysern, Königenund Fürsten sehr bereichert worden, f)

Ob man nun wohl bey den Skiffkungen solcher Klö-ster noch zuweilen gute Absichten haben mochte: si»gaben doch die reichlichenVeschenckungen und Eiukünfftederselbeir Gelegenheit, daß die Mönche und Nonnenmehrentheils ihre Zeit darinnen mit Faulheit, wollü-stigem Überfluß und anderer Schande und BoßheiLzubrachten. Daher auch neuere papisti'sche ttilluncigestehen, daß sie GOtt deswegen durch die Saracenenund Rormänner heimgesucht, welche viel Klöster zer-Xxx xxx 2 störeten,

Was hatte man vor Bibliothecken?

Die Viblistheck zuAatt-cn befahl oLLorv; nach seinem Tode zu verkaufen, und das Geld den Armenauszutheilen, r) Zu Lulde hatte sich >iLv-

rvs viet Mühe gegeben, eine feineBidliotheck zusam.wen zu bringen, wie er selbst berichtet. Die Biblia-theck zu Hamburg, welche LnsüLXlvr angeleget Hakte,ingleichen die zu Aempren wurden durch Flammenverzehret, s)

Sonsten hatten die Käyser Carl undLudervigdenPriestern, Mönchen und Nonnen scharff eingebunden,daß sie in Abschreibung der Heil. Schrifft und ande-rer guter Bücher sich recht fleißig finden lassen selten,damit solchergestalt die Bibliothecken überall vermehrer werden körnen.

XIII.

Was ist von den Klöstern anzumercken ?

Es sind deren nicht wenig auch in diesem 8eculn

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