X
rrzK'
Kirchen. Historie Neues Testamentes
— > > » .—» -- .. - - - - - -
chen Kindern, davon man fast bey allen Kaysern undKönigen Nachricht findet, abzunehmen. Ja, Hure.rey und Ehebruch war überall so gemein worden , daßman diß 8 cculum nicht unbillig das Huren-Secu-Urin betiteln möchte. Wiewohl von diesem und an.dem wird in dem folgenden Capitel weitere Eröff.rrung geschehen..
Daß die Straffen GOttes bey solchen Übermäch-ten Sünden nicht ausgeblieben , kan man aus den Le-benö-Beschreibmigen der Regenten bereits ersehen. Dieverderblichen Kriege züchtigten die Orientalischen undOccidentalischen Länder. In jenen fühltte man dieGrausamkeit der Saracenen, Eürcken , Bulgarn,und Rüsten: in diesen machten die nav«i in Spanien,die Tormänner in Franckreich,dir Dänen-in Engel-land, die Ungarn in Deutschland und Italien , wel-chem letzter» Lande auch die Saracenen in dem unter-sten Theile auf dem Halse saßen , gar schlimme Ar-best. Zugrschweigen der innerlichen Kriege, von wel-chen die Historie meldet , und dadurch fich der ZornGOttes gantz augenscheinlich überdas bosßafftc Chri-stenthum offenbahreke»
Um das Jahr 956.. und folgende , findet mau eineschwere Pest in den mitternächtlichen Landen - wobeyden Leuten kurtz vorher blutige und andere Creutz-Zei-chen auf den Meidern sollen erschienen seyn. g) In.gleichen wurden die Morgen -Länder mit solcher an-steckenden Seuche durch die gerechte Hand GOttesgeschlazen.Ii)
^Vnno 945. und -8z. ereignete sich grosse H'ungers-LTlorh in Italien und andern Orten , weiche auch da-zumahl vor eine göttliche Zorns - Rmhc wegen derVerachtung GOttes, des Hochmuths , und andererGünden-Gräuel bey den Pabsten angesehen ward» i)Die Erschütterungen, welche in den Morgen-undAbcnd-Mrdern an unterschiedenen Orten grossen Scha-den thaten- wölken die verruchten Menschen nichts an-ders als die Furcht GOttes und seiner Gerichte leh-ven. K) Des Wem und schädlichen Brandes des Ber-ges Vcluui,, welcheruantz Italien brängstete, und son-derlich zu Ronr MrMnFruer-Schaden verursachte, 1)zu geschweigem
VNk.
Mas hat matt vott MkfolgUWett indiesem8eLtt1o ztt bemerckett?
Die Haupt-Verfolger der Christenheit blieben derlNcrvgen-imd Abenvlandifchr Ankirliviff- Ienerbeschwerete die unter ihm wohnende Christen mit vie-ken Aussagen , m) machte auch nicht selten bey entste-hendem Grimm ein - und andere zu Märtyrern, unterwelche man sonderlich kLI^LIVdl, einen kettsihenKnaben in Spanien, rechmt, welcher dem Sarareni-fthen Tyrannen nicht seinen Sovomiri-
schen Willen erfüllen wolte, und darüber in Stückenzerhackt und in den Flußgeworssen wurde r n) Dieserkränckte und tödtctc die Seelen mit seinen abergläubi-schen Satzungen- undgräulichem Leben, erwießauchseinen Grimm an allen denjenigen, so ihm nach richtigger Anweisung des göttlichen Wortes wiedersprachen,davon schon aus den vorhergehenden Capiteln Exem-pel gezogen werden können.
Wie andere heydnische Völcker bey ihren Kriegen ge-gen das Christenthum gewüthet, und was vor Märty-rer bey den Bekehrungen derselben gemacht worden, istnicht nöthig anzuführen, und kan bey" andern , so manes ja wissen will, gefunden werden. 0) Von derBöh-l
MiscHen Verfolgung der Fürstin will
ich unken bey dem Heydcmhnme gedencken.
Das Vl. Capitel
Von dem- innerlichen Zustande der ^Kirchen.
i .1:
Was wird'itt öiestnr Capitel vorkommen k!
Zweyerley: '
i. Der rechtschaffeneNistand des Lhristemhums. j
Der Verfall des Christenthums»
II.
Was bemcrcket man' bey dem rechtschaffe-nen Zustande des Christenthums ?
Sie bathen den Heil. Geist um seine rechtschaffeneBußwmckungen, als bis da-wüsten , daß niemandfeine Ubelthaten gehörig beweinen konre, eS öelffe ihmdenn darinnen der Geist Christi: p) Die Erkänntnißdes Sünden bestund- nicht darinnen, daß einer wüste,es sey Sünde, was er thue;' sondern derjenige erkannte ^seine Sünden wahrhafftig, welcher mit einem schüch-ternen Hertzrn m Bettachtung zog , wie schädlich dieSünde sey, und mit was vor einer grossen Straffe sie 1werde beleget werden, g) Wer nun alss von seinenvorigen bösen Wercken Busse that-hütete sichdasjeni-ge wiederum zu begehen, was er vorher begangen hatte, r)
Durch den Glauben giengen sie in den Tempel Got- stes, und wurden dem Volcke desselben einverleibet. 5)Man kan hrerbey mercken , daß der Glaube mehren-theils gar schwach und seltsam gewesen seyn müsse,weilman von dessen eigentlicher Beschaffenheit gar wenigNachricht findet.
Weil auch die Menschen nach der Heiligung nichtohne Sünde seyn kanten, so lange sie unter den Anfech-tungen dieser Welk lebeten, so reinigten sie sich davon,sobald sie derselben innen wurden, dergestalt , daß ihnenihre Melthak alsofort mißfiel, und dabey verdammetund verabscheuet ward. Hiernächsi hielten sie sich andas Blut Christi, welches uns rein machet von allen
Sün-
x) VVIVHdKVVS. 8 IQL 8 LK 1 -V 8 . 8skOdIIV8 sä S.c. 956. l>) xr.iciscidtV8. i) Lvn?kLdwv8 Ub. 5. c.i.ZI6KLlrktt'V8. in virs IO^ttt8 XVI. Ic) Viä.
Lenrunrr. XtrxScb. ccnr. iv. c. rz. Ii01"k'Id!6iiKV8 lec. io.
1.p.4. 1 ) LLI^OdHVL sS-c. ( 7 . 99k. 99F» m) Lb-»kacMV8 x. rAS- pL'rMcwLL k. Z8k.
n) LskOUlV8 »6 /l ^.925» conf. i6.s«i ci. 9)8^75«0) läbm sS boc ttt. psikw.L 7 e»run,r. Zcssßlieb. cenc. lo.c. Z«L is: p) kt«ui,cen6 in I-euir. lib. 20. »x. 5.
4) Ibidem, üb, z. c»p. l. r) Ibiäem. ») Ibiärm. lid. r*.c»P. l.