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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie Neues Testamentes

von Anno n4-i. soll siegantzeri2.Iahr angehalten ha.ben. p) In Franckreich fand sich bey solcher Gelegenheitein böser Bube, welcher Menschen schlachtete/ und dasgekochte Fleisch verkauffte: so bald es aber bekanntward/ inusie er mit dem Stricke bezahlen» g) Anderermehrzugcschweigen.

An schrecklichen Erdbeben war kein Mangel. Also fiel Anno Hol. zu Lyraculk das Schloß davon eitt/«nd begrub viel Menschen, r) In Engelland wurdendie Flüsse dadurch trocken, H In Syrien richtete esAnno ri 14. viel Städte und Flecken auf solche Weisessu Grunde, r) Um dasIahr 1117. regte sich ein star-ckeö Erdbeben fast durch die gantze Welt / sonderlich a-ber inItalien, davon nicht nur Häuser / sondern gantzeStädte/ Schlösser und Dörffer verschlungen / die Fel-sen zerspalte«/ und die Flüsse vertrocknet worden. Dasmerckwürdigsic darbey ist, daß sich der Po-Fluß berge-stalt soll in die Höhe gehoben haben, daß man zwischender Erde und dem Wasser, als unter einem Gewölbeweggehen können/ bis die Fluth nach einiger Zeit mitgrossem Krachen wieder herab gefallen, u/

Die Vielen Ergieffimgen der Wasser, sonderlichm Nieder- Sachsen , da die See aus 12. Meilen insSand getreten, die mancherley Zeichen in der Lussr,die abscheulichen Hagel-Stürme, da an einem Hagel-Steine wohl 4 Männer zu tragen gehabt, das Brod zuSpeycr, daraus Nur geflossen, die Bl-ur-Viegen, dassogenannte Heil- Feuer, welches die Menschen durchinwendige Hitze den Kohlen gleich verbrannte, dieNÄßgeburkhen , daSchweme Ferckel mit Menschen-Köpffen, und Menschen Kinder mit Hundes-Köpffen rc.zur Welt gebracht, sind nicht ss obenhin anzusehen,mö-gen aber ausführlicher bey andern gelesen werden, x)

VIII.

Was hat man von Verfolgungen m diesem8eculo anzumercken?

Die vornehmsten Verfolglingen find gegen die Zeu-gen der Wahrheit, oder von den Papisten sogenannte»Ketzer ergangen, davon bereits im I. und IV. CapitelNachricht gegeben worden.

Was etwa der Clerisey vor Verfolgungen begegnet,tzat sie sich mchrentherls durch unersättliche Vermeh.rungen ihrer Güter, oder »«gezähmte Verbannungen«nd Verfluchungen auf den Hals gezogen. Aufs we-nigste ist es schwer, einen rechtschaffenen Märtyrer vonderselben in diesen Zeiten nahmhafft zu machen , weilman sie ordentlich nicht anders als Glieder des Anti-christs rmd Ubelthäker betrachten kan.y)

Das VI. Capitel

Von dem innerlichen Zustande derKirchen.

Was wird m diesem Capitel vorkommen k

Zweyerkey:

r. Der rechtschaffene Zustand des Christenthums..2» Der Versan des Ct)ristemhm,W,

II.

Was bemercket man bey dem rechtschaffen,. nen Zustande des Christenthums?

Sie erlangten das Leben nicht anders, als durch dieBekehrung. 3) In solcher zog sie der Vater und Sohndurch seine Gnade zu sich. 3) Sie spüreten in der Bus-se eine Acngstligkeir derZerknirschung , welche die De-muth und Bekämitniß würckeke, und denn eine Andachtinnerlicher Bewegung, darinnen IEsuS selbstcn rcsidi-reke; l>) welches denn nichts anders war,alSdieKraffldes Glaubens zur Freudigkeit. Bey der Zerknirschungward ihnen das Lachen zum Weinen, der Gesang znmWehklagen, die Freude zum Leid, also, daß ihnen mißfiel,was sie zuvor gantz ungemein ergötzet hatte,und sie daS-»enige am meisten verabscheueten,zu was sie vor andernLust.gehabt Hatten, c) Indem sisnun in stlchem Zu-stande die Vergebung der Sünden allein von GOtt er»warteten , 6) so kehreten sie durch den Glauben wiede-rum zum Leben , e) zu welchem sie wahrhafftig durchChristum der Seelen nach auferstunden, f) also,daß sienun nachder Busse dasBöse lassen, g) und wiederum inden verlohrncn neuen Wesen wandeln kanten. i>)

, Glauben war ihnen so viel, als GOtt im Glaubenlieben, durch Glauben in ihn eindringen, ihm anhan-gen, und seinen Gliedern einverleibet werden, durch sol-chen Glauben ward der Gottlose gerechtfertiget, unddieser Glaube fienz an durch die Liebe zu würcken.i) So«denn waren sie seelig, wenn sie recht glaubtten, und indem Glauben heilig lebeten. k)

Die Liebe GGttes flammetr sie zu einem heil. Ey«fer an. l) Sie lieberen aber'GOkt um sein selbst willen, >und ohne Masse, da sonst die Liebe des Nächsten sich nacheinem gewissen Masse richtet, m) Solche Liebe trieballe Eitelkeit aus; denn daö Hertz war gantz vosi LiebeGOtteS. n) In dieser hielten sie sich GOtt verpflich-tet, was sie wäre», und dienetcn ihm aus allen Krässten.0) In dieser waren sie vor GOtt demüthig und gelassen,es mochte steinn ftinet willen Schande, Schaden oderPein betreffen- p)

Gegen den Nächsten war das eine rechtschaffene undaufrichtige Liebe, wenn man die Wohlfahrt desselbeneben so suchte als feine eigene- g) Daher verhinderten

sie

p) ckr«n. ri»när. 4) Lenmr. dt-zrl. 1. c. p. 868- r) On-»vri,r. l c. p. 86». r) VVdtLI.!VkLI^8l8 Hb. 2. r, 6VII..^-rKIVL IL. I l. c.2Z. u) VL8?8K6K>!8I8.r-tk^t8. Ltikon. UirlsuA. ») Leriluriur. lel-ißci. cenc. > 2. c rz.ttOHM6LKV3 tec. 12. te<L» I. x. I. «egg. /) c-amkisr.»l,8ck.iellk.r2. c.z.

s) <te conuert. sci Oer. cs^«. I. s) 8V-

PLK-PV8 lid.^ö.in lo. c,Lp. 6. i>) LLKdItt^L0V8 in l-a-

rrnr. c) 18 . trrm. Z. in vißil. nLkiu. 0»m. ä) 18 . lerio. 2. 8rcircumcit. vnsi. e> kLH<V8 lik. I. ep!S. 2.

k) lib. 2. in ttvL c,p. 6. z) LkikdittaKVVS

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