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Kirchen?. Historie Neues Testamentes
hieben und verwüsteten, sondern auch die Gefangenen »Babylonischen Laichen gewichen, viel in Persien und E-
mikStachcln zu Tode stachen. Dahergegen ihnen dieMäyländer auch nichts schuldig bleiben walten, und je.rier Gefangene wiederum in Stucken Hieben, und aufdieStrasse wurffen. o)
Wie wenig Veränderung die Bekanntlich der christ.lichen Religion bey den neubekchrten Völckern gewür-cker, siehet man an den Slaven , welche ihre gleichsamvon den Vorfahren angeerbte Räubereyen deswegenNicht lassen konten, ob sie schon Christen hiessen, p)
Die Unznchr war an vielen Orten recht Modewor-den. Die Jrländer verrauschten ihre Weiber, verhan-delten und verstießen sie nach Gefallen, g) Man ent>führeteWeiber undIungfern,seinen schändlichenBegier
gypten,sonderlich zu^lcsir undAlexandrien, wiewohlin Ansehung der vorhergehenden Zeiten doch gar wenig.In Palästina wurden sie auch nicht sehr gelitten. Sonstaber waren alle Abend-Länder, und vornehmlich Spa.nien, damit erfüllet. In Italien hielten sich fast in al«len Städten einige auf, und man liefet, daß der PabstLl.rxLnvL« III. den Rabbi Ieci-iel zum Ober-Steuer.Einnehmer bestellt gehabt habe. In Deutschland,Vöh.men undFranckreich konte man überallIuden finden,dochwar ihreAnzahl gegen die vorigenZeiten sehr verringert.x)Der Heil. welcher sonstgegen die Al.
bigenser und andere Ketzer gar übel zu sprechen war,kon.te doch die Juden leiden, und vertheidigte sie in vielen
den Gnügenizu thun. r) LuvkcmicvL hurete öffentlich ^ Stücken. 7)mit der verwittibten rvvox»», und wenn man ihn des- Der König in Spanien >!.?uoie5vr vm. hatte einenhalben erinnerte, so gab er zur Entschuldigung, die Un-'Iuden, Nahmens Iofepl), zu seinen, Premier Xljiüüer,
rrrrhanen dürffren nicht besser seyn als ihre Obern,womit er auf die Unkeuschheit des Käyserö nLuverisjielete. 5) In Spanien war es nichts neues , daß mandrey, vier und mehr Weiber, nach Art der Saracenen,zugleich hatte, r)
Endlich war das verdammte Duelliren und Turni-rcn unter den Christen recht priuilegirchalso, daß fastalle Streit-Händel dadurch ausgemacht wurden, wo.gegen die Päbste zwar ihr Mißfallen , doch ohne gehs-rigen Nachdruck,bezengeten- u)
Überhaupt schreibet *)von den Chri-
sten dieser Zelt: Es scheinet, als ovsie sich allesamtwieder Christrnn verbunden hätten. Von der Fuß-Sohlen bis auf die Scheitel ist nichts gesundes anihnen. Die Obersten unter ihnen verfolgen Chri-stum am meisten, und fo ferner.
Das VII. Capitel
Von den Neben-Sachen.
i.
Was wird in diesem Capitel vorkommen?
Vierecke»):
1. Der Zustand des Iudenthums.
II. Der Zustand des Heydenrhums.
III. Der Zustand der Muhammedaner.
IV. Die vermischten LTeberr-Sachei».
il.
Was hat man von dem Zustande des Ju-denrhums zu mercken?
Zweyerley:
wie rhr äußerlicher Zustand beschaffen ge-wesen.
2. wie es um ihre Religion ausgesehen.
ui.
Wie war der Juden äusserkicher Zustandbeschaffen?
Es befanden sich derselben,nachdem sie fast all e aus den0) z.c.zz>. p)ttLt.ktOI.VV8 CP.84.
g)^dc 8 ttk.I.k 4 V 8 ep.z 6 . »)8^XO tid.14-
,)i^icei'^8 cuvdil^vk8 kii,.z.<le8ell.?4^d)vxpi8 co.
»INLdH. kilvrkcv8 kik. ^s.srrse lib. 5Z.
v) LoncU. ki»er»n. I I 59. ») Lerm. I. in conueck. k»v!i.
welcher sich so gar eine Garde halten dorffte- Doch alsein anderer Spanischer Bedienter, Nahmensinit diesem zerfiel, fo suchte er das Verderben der Jüdi-scheu Nation so listig, daß er dem Könige vorbrachte,-erwäre im Stande ihm grosse Geld-Summen zulieffern,wenn er ihm nur erlauben »Volte, acht Iudcn nach seinerbeliebigen Wahl die Köpffe zu nehmen. Der König ließsich solches gefallen, und da wählete «ouräi-er freylichnicht die ärmesten, damit er dem Könige das versproche-ne Geld zahlen, und auch vor seine Person proüciren ton-te- Er wölke aufdieseWeise fortfahren, sein Mülh.lein an den Juden zu kühlen, wenn nicht der König einenAbscheu vor dem Blut-Vergiessen bezeuget, und den Iu«den lieber, Geld vor ihr Leben zuin Kriege zu tourniren,auferleget hätte, r)
Endlich verliebte sich dieser König gar in eine Jüdin,welches aber seine Minister dahin brachten , daß sie derkckaikrelle vom Brodte halsten, und den König mit aller«Hand Gespenstern schreckten, um ihn dadurch zur Keusch-heit und Reue zu bewegen. Inzwischen Hatten sich dieJuden be») der Gunst des Königes dermassen in Castilrengemehret, daß man nurzu Toledo allein derselben 12202.zahlen konte. ->)
In Franckreich verbanneke sie der König rttil.i?i>v5ävsvs-rvs tt>»> das Jahr I »86. alle aus dem Reiche. Alleihre Güter wurden ccirchlciret, und ste dnrffcen nichts alsihren Harrßrath verkauffen, davor aber niemand etwasgeben »volte. DieUrsach dieses unbarmhertzigen Ver«sahrens, »vard auf den Mord gegeben, welchen die Judenan dem christlichen Knabe»»Richard zu Paris begangenhatten. Es soll damahls bey den Juden gar gewöhnlichgewesen sey»»,alle Jahr ein Chrisien-Kind ordentlich,dochin geheim,zu ereutzigen und hinzurichten, b)
Nach einigen Jahren »vard^vsvzrv; andersSinnes,und bernffte dieIuden zurücke,oh»»zweiftl durchfelbige wieder Geld zu bekommen, indeni biß Volckineh-renkheilö den Geitz der Regenten zu vergnügen verjaget,und auch wieder aufgenommen »norden, c) Aus
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