X!!. 8eeulum. VII. Oap. Von den Neben-Sachm.
Aus England waren sie schon feint dem Anfange deseilfften 8eculi vertrieben/ doch Hatten sie sich nach nndnach wieder cingefunden, und erlangten von »rnkuco n.an allenOrten/wo sie sich aufhielten, freye Plätze ihreTodten zu begraben, welchen sie bisher offt schon halbverfaulet zu dcm eintzigen vergönnetenVegräbniß-Pla-tze nach Londen bringen, oder unbegraben stehen lassenmüssen, ll) Unter LicuLiroo aber gienges ihnen sehr ü-bel,weil sich einige fremde Juden bey der Crönnngs-Ce-remonic finden lassen, welches unter hoher Straffe ver-bothen war. Der gemeine Mann siel also anfihre Häu-ser an, und schlug todt, was ihnen von Juden vorkam,welcher Grimm nicht nur in der Residcntz, sondern durchgantz Engelland fast ein gantzes Jahr lang fortgesetzetworden. Dergleichen ereignete sich bey vorhabendenCreutz-Zuge «'cnäkvl, da unter andern zu Porck rzoo.Juden lieber ihre Weiber und Kinder erwürgetcn, undsich felbstverbrannten, als der I>iscreuon der Christen er-geben wolten. e)
Sonst machten sie sich durch ihre Leichtgläubigkeitselbst viel Händel, wen» sie in diesem Leculo mehr als einfalscher MeßiaS bey der Nafe-Herum führete.
Der erstere kam Ao. nz7. in Frankreich zum Vor-schein , nnd hielt mit den Juden solche verdächtige Zu-sammenkünffte, daß ihnen i.voovicvr vir. die Synago-gen cinwcrffen, und nicht nur den Betrüger, sondernauch viel von den Juden, ums Leben bringen ließ. k)
Der andere zog Ao. n;8. eine grosse Armee von Ju-den in Persien an sich, welche ernicht eher wieder beur-laubete, bis ihm der König eine grosse Summe Geldeszu Erstattung der Kriegs-Kosten erleget hatte, wiewohldie Juden nach niedergelegten Massen alles wieder reich-lich ersetzen musten. g)
Der Dritte war von (Ullas gebürtig, und verursa-chete Anno 1157. eine grosse Verfolgung über die Ju-den im gantzen Lande. Die gefcheiderrn Juden hiebken ihn vor einen Narren , der gemeine Hausse abertrauete ihm, zumahl da ein gewisser berühmter Rabbincaus mancherley Gesichtern und dem Laussdes Gestirnesbeweisen wolte,daßdieZcikdesbäe,s>L vorhanden wäre-K)Diesem folgere zehen Jahr Hernach derVierdre imKönigreich Fetz, undderFünstre um eben die Zeit inSpanien. Es gieng aber beyden wie es solchen Betrü-gern zu gehen pfleget. Der letztere wolten die Juden nurdem blcrlE, der ihn solte abgeschickt haben,entgegen füh-ren. Ergab wunderthätige Krässte vor, und als ihnder König gefangen bekam,blieb er dabey,GOtt habe ihmdas Wcrck befohlen, und man solle ihm nur den Kopfab-schmeißen, so würde man bald sehen , daß er wieder auf-stehen würde. Die Hertzhafftigkeit/womiter solches vor-brachte, bewog den König, ihm denKopffvordie Füsselegen zu lassen: aber da begehrte niemand wieder aufzu-stehen,und mau merckte,daß derSchalck solchergestalt nureiner schwerernTodeö-Strafe zu entgehen gesucht Hatten)
Nicht lange hernach warss sich wieder einer in Persien
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auf, welcher ftinen Berufs dadurch bemessen wölke, weiler in einer Nacht wunderbarer Weise vom Aussatze be« .freyet worden. Ihm folgere Ao. ii74.dsr Siebendeeben daselbst. Beyde aber richteten nichts anders aus, alsdaß sie neue Verfolgungen über die Juden erweckten. k>
Der Achte hieß VSVM und warss sich m
Mähren zum klerlia auf, soll sich auch haben unsichtbarmachen können,wie erdenudaS erstemahl ausdcnHan-den der Obrigkeit, wie man meldet, durch seine Kunst enk»wischete. Auf die letzte aber wölke dir Kunst nicht mehrhelssen, daß er den Händen des HenckerS Hätte dadurchentgehen mögen. I)
Von dem neundren Betrüger ist die Nachricht sehrdunckel: der Zehnte aber, welcher sich oavio LLv^visnennete, war derberühmteste unter allen. Er kam mPersien hervor, und inünuirete sich beyden Juden durchfeine Zauber-Künstc, daßer einen ziemlichen Anhang er»langete. DerKönig in Persien furchte sich vor diesemAufstande, und beschied den Betrüger vor sich, mit demVersprechen, daß er sich ihm selbst lubmiuircn welke,wenn er würdebeweifen können,daßer der MeßiaS wäre.
Lbv^VIO stellete sich über alles Vermuthen ein, undbehauptete, daß er der MeßiaS sey; der König aber ließihn ins Gefängniß bringen, und berathschlagte sich mitdenSeinrgen, was man ihm vor einen Tod anthun wöl-ke. Allein währenden dessen kam man, und sagte, Lb-V^VIO wäre hinweg gekommen, daß man nicht wüste,wie? doch hätte man seine Stimme gehöret, könne ihnaber weder sehen noch fühlen.
DerKönig mzrcbii-cte mit feinen Trvuppen selbst zudem Gefängnisse, und'bis an den Fluß 6otän. Hierhö«reke er deö kbO^VIV Stimme, welcher sie alle Narre»hieß, und bald darauf sahe man ihn mit feinem Mantelden Fluß theilen, und hindurch gehen, wodurch der K§«nig fastbewegetworden,ihnvorden Meßiam zu Halter;,wenn nicht feine Officierer ihn versichert hätten, daß eSmit lauter Zauberey und Gauckel - Wesen zugienge.
Endlich befahl der König den vornehmsten Juden, siesollen ihn stellen, oder alle des Todes gewärtig seyn: al.lein er wolle niemand trauen, und machte mit seinen Leu.ten noch so lange Händel, bis sich fein Schwieger-Vatermit roooo.Ducaten bestechen ließ, ihm den Kopfftrun-ckener Weise abschlug , und selbigen dem Könige zu-schickte, m)
IV.
Wie hat es um die Religion der Juden aus-gesehen ?
Es sind dabey vier Stücke anzmnercken:
1. Der Zustand ihrer Gelehrsamkeit.
2. Ihre Schulen.
z. Ihr RirchemRegimmt.
4 - Ihre Spaltungen.
V.
Was ist von dem Zustande ihrer Gelehr-samkeit zu wissen ?
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k) 8^l.OklOdl b»n Vii-x«- , 8ckeuer luäs , 5 lüL. xenc.lullsicse p. 196. I) lärm ikiäcw. m) Iä«m ikillemp i62.