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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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XU. 8ecukim. V!l. Lsp. Bon den Neben-Sachm.

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»den sind / zumahl/ da sie gemeiniglich den Juden anden entlegensten Orten in diesem Stücke das meistebeylegeten, als von welchen sie am sichersten aufschnei-den kanten, r)

Die Ursache / warum dergleichen vorgegeben wardist leicht zu errathen / damit sie nemlich sich nicht ge>nöthiget sehe:«/ gegen die Christen zu gestehen/ daß dasScepter von Juda entwendet worden / und also nothwendig der Meßias schon müsse erschienen seyn».

Sonst hatten sie noch ihre /tecbmalotgrcbg; undSchul-ReÄores, welche aber weiter keine Macht hat-ten, als ihr Kirchen-Wcsen in guter Ordnung zu er-halten. Man nennet auch gewisse Richter unter ih-nen/welche aber über Tod und Leben nichts zuspre-chcn hatten / sondern allein die Streitigkeiten in ihrenGebräuchen und Ceremonien schlichteten. a)

VI».

Was haben sich vor Spaltungen unterihnen ereignet?

Es sind zwar selbige nicht erst in diesem 8scu!o ent-standen / doch haben sie dieser Zeit sonderlichen Lermenangerichtet. Die Sectirer Hiessen die Rarrairenund Radbaniften.

Die Rarrairen sollen bald nach der Publication desTalmuds entstanden seyn/ wiewohl sie andere mit denSadducäem vermengen wollen / oder noch älter alsdieselben machen. Sie blieben schlechterdings bey demBuchstaben der Heil»Schrifft/ und verwarffen denTalmud nebst den anden Traditionen.

Die Rabbanisten, welche man auch Talinudistennennet, hiengen an dem Talmud und an den Aufsätzender Pharisäer, und trugen einen so grossen Haß gegendie Rarrairen, daß sie sich durch keine Verehelich»»-gen mit einander vermischen wolten. b)

In diesem 8cculo nun enHund viel Streitens unterdiesen Secten, nachdem das Buch L»vr?»Lir6i, einesKarraiken, wieder die Rabbanisten nach Spanien ge-bracht worden. Die Rabbanisten aber stritten gegendie Karraitcn nicht so woh-l mit Gründen, als mitVorurtheilen von dem Alterthume ihrer Synagoge»,der Menge derer, so ihnen nachfolgete», erdichtetenWundern, und dergleichen, c)

Die Bücher erregten auch grosse Zän-

ckereyenuntcr den Juden. Man gab ^i^omoi schuld,er habe von Lvk.i»c>r. die Peripatetischc Philosophie er-lernet, und gienge also gar zuviel nach der Vernunsst,wodurch die Lsbbals Anstösse litte, von welcher i>»i-»rornoxz ohnedml nichts machen wolte» Von dengöttlichen Wercken redete er fast auf solche Art, wiedie 1°beoloxia 8cko!->ckics, lchrete auch viel von derEndschafft und Aufhebung des Gesetzes, welches allesdenn vielen Rabbinen, und sonderlich dem Rabbi 5L-zu blompcliier, nicht gefallen wolte, wie denn

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2) dl-nf. tt 01 "rid 16 L^V 3 5 -c.. 72 - s-Ä. 4. p-ß. 240.,) Ibictem P.247. b) L 4 K '1 ObOddtVS didliotkec. k-k».bin. lom. 7. L Z. I). O. 8VOV8VL in ,'«krack. »ck kirilotopd.ttcbtseor. LIdlOdI dili. drlk. Vcr. Iii>. 7 . c. 49 . üb. z.

c»x.r, r) ttOHIdlOLKVL t«c. 12. 5.4, x.»44. se^g.

dieser nebst seinern 2lnhange ihn exeommunicireke, undseine Bücher verbrannte.

Hierüber entstund ein grosser Zwiespalt unter denSynagogen. Die Rabbinen zu Narbonne, und son-derlich der berühmte Kincni, nahmen sich des.

an, und thaten ihre Bruder zu blonrpei.licr wiederum in den Bann, welche aber alle Syna--gegen in Franckreich gegen die Juden inJ-angueclocer«regeten. Es fanden sich auch viele in Spanien, wel-che dem LiLnaonrvi wiedersprachen, daß also nicht eingeringer Rabbiuischer Krieg auf die 40» Jahr lang ge-führt ward, bis'es der Rabbi nach und nachso zu karten wüste, daß sich die Hitze legete, und end-- -lich alle Judcn-Schulen in Spanien und FranckreichKlLu-konivxLi vor unschuldig erklärten- auch den Nah-men eines Verbanncten, den man auf seinen Leichen-Stern gegraben Hatte, auslöscheten. 6) Von andern.Zanckereym der Juden mag ich.nichsS gedencke».

IX.

Was hat man von dem Zustande des Heydcnthums zu mercken?

Die Pommern, welche in diesem 8cculn den christ-lichen Nahmen angenommen, verehret?» bisher in ih-rem Heydcnthumc unterschiedene Abgötter, und dar-unter sonderlich die Stettiner den Trigla oder Trrg-lass, welchen sie mit drey Gesichtern bildeten, undglaubten, er Habe ini Himmel, auf Erden und in derHollen zu befehlen, e) Ferner Hatten sie ein schwär-yes Pferd, welches von den Priestern aufs beste ge--pfleget ward, und ihnen den Ausgang ihrer Kriegeanzeigen solte. Der Pfaffe nemlich legete y. Spiesse,etwa einer Ellen weit von einander, und sühnte daS.Pferd dazwischen hindurch. Sofern cS nun keinemSpiesse mit dem Fusse zu nahe kam, so versprach mamsich einen glücklichen Ausgang. Ferner, verehre lensideinen grossen LFußbarrm, u. a.m.. 5 )

Die Sorben-Wenden oder Laußnitzer Hatten eine»!besondern Götzen, welchen sie Ftintz nenneken und als-den Tod mit einem Löwen auf dcm Kopffe und langen.Stocke in der rechten Hand vorstellig machten. Die--ftr, meyneten sie, würde sie dereinsten von den Tod-ten auferwecken. Der Käyser i-oruLkivz hat ihn mit.Beystand des Ertz-Bischosss zu Magdeburg

zerstshrek.g) » .

Wie geneigt auch wohl selbst die sogenannten Chrr«sten zur Abgöttcrey gewesen, wird man bey der SäuleIOVV77-L auf dem Lerchen-Felde an den Welpffs-Holtzeim Mansftldischen gewahr, welche der Sächsische Her-tzog l-vT-tt^rrivs zum Andencken des Sieges über denKäyser «rnkicvn V. setzen lassen, aber von dem tnm«men Volcke als eine Gottheit, so den Sieg verschaf-fet hätte, angesehen u»d verehret ward. b)

Die.

ck) 8^8bl46L üiüoin cker Ivif; !i«. h. cd. 70. L. IZ. r)in orix. kome^ dttd848dIV8 in kom. f) 21.

d!LL8k44>rdtt Nachricht von dem alten Pommern, x)ddron. 822. 6K088LKV8 in den Laiißnitzischen Geschichten,d) ddroovxr. 8s». 8dbl>1LI.12IV8 ckMrt»k. ä« iäoloUrr.rcr. dlitn. incul-rr.