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Kirchen-Historie Neues Testaments
Die Preußen rvurden von den Polacken dermaßenin die Enge getrieben, daß sie uni Friede buchen, undversprachen das Christenthum anzunehmen. Allein,nachdem die Armee aus einander gegangen war, und. ste wieder Lufft bekommen Hatt«,, wollenste vom Chri-stenthum« nichts wissen, und bezeigten vielmehr, -aßsie vor ihre Abgötter«) das Leben zu laßen willig wä-ren. Woraus zu erkennen,wiewenigEindruck das da-mahlige Christenthum bey seiner Verdorbenheit in dieheyduischen Hertz«, gehabt Haben müsse, ja , wie dieseHes Christenthums vielmehr durch solche Versprechun-gen in der Noth gespottet-
X.
Was hat man von dein Zustande der Mmhanitmdaner zu mercken?
In diesem 8eculo kamen die Mammelucken inEgypten auf, aus welchen sich der Egnptische Sul-tan Galgdin, oder Galacheddm, seine Leib-Wachterrichtete. Er kauffte nemlich, weil er an den Egy-ptiern eine Schläffrigkeit und Ungeschicklichkeit zumKriege gewahr ward, von den Eircastiern, welche mirden Tartarn beständigen Krieg führeten, die Gefan-genen /welche er nicht nur in derMuhammedanischenReligion, sondern auch iin Kriegs-Wesen unterrich--ren ließ, und steh derselben gar glücklich gegen dieChristen bedienet« i^)
Die 8luci>g, deren in vorigen 8ecul« bey den Mtl-L)ümmed«neru gedacht-worden, fanden auch jetzo un-der ihnen noch viel hebhaber, wie denn die Califennicht allein selbst denstlbigen oblagen, sondern auchverschiedene LoIleAis anrd stiffteken, worin-
nen die Jugend angeführet werden konte. k)
Von ihren berühmten klülolopkjz undllleciicis wirdsonderlich isnv- Rvsvm oder LVLkLvLs gemercket- Die-ser lebte zu Lor-ioua, und schrieb Lommcnrsrios überden ^rilinrellm, wie auch von der Medicin, kk^stc.örc. Sonst war er oberster Priester zu Lorllvus, unddaneben Ober-Gerichts-vircüor, welche Würde ihmauch der König von klarocco über sein gantzes König-reich auftrug. Er hatte viel Feinde, so ihn verketzer-ten, zumahl da er von keiner Religion was soll gehal-ten , sondern sich nur gewünschei haben, dass sei-mo Seele des Todes der kkilotvpkorum sterben^»nöchre. I)
In dem Regime»,ts-Wcstn der MuhammedanerHat der obgedachte Sultan Salptdin daS meiste Auf-sehen gemachet. Anfänglich stund er nebst seinem Bru--der in des Fürsten novRLvm rxd-e», zu Aleppo Kriegs-Diensten. Nachmahls ward er Bester des Califen-ronäv in Egypten , und unterdrückte bey solcher Ge-legenheit Anno n6y. die Lammten oder Secre desAll in besagten Königreiche, setzte deren Califen 4Vab, uirb hergegen den Mostadhi von Bagdadaus dem Gcschlechee der Abaß,den an seine Stelle.Hierauf machte er sich Meister von gantzEgyPten,und nach und nach auch von Syrien. Wie er dieStadt Jerusalem erobert, ist im I. Capitel gedacht
i) kill. eccles tec. 12, lec. r. Pȧ Iy6.
k) l-:l /W-Snr lib. Iucd ->5 p. 149. 1 ) VOL8IV8
c»x. zz, ik. äe s«Ä. kllUt-kopll. cex. 17.
worden. Mehrere Nachricht von ihm mag man beyden Scribcnren der Saracenischen Geschichte suchen, m)
In Spaniel, warb Lorcious unter dem Könige 4 i.-?nou5o vik. erobert, doch blieben die l^auri, nachdemsie sich 4l.etELo als Lchn-Leute und UntertHanen un-rerworffen, in dem Besitze der Stadt und dazu gehö-rigen Landschafft. Die Könige von lllarocco suchtenzwar verschiedenen mahlen Spanien wieder, zu über-wältigen, wurden aber mit össtem Verluste wiederzurück gewiesen, n)
XI.
Welches sind die vermischten Nebensachen?
Erstlich die Gesandsthafft des Pabstö ^.Iex,n6riIII. an den sogenannten Priester welchen
inan vor den König in Abyssmien ausgeben wollen.Man glaubt aber mit mehrern Grunde, daß der Po-tentat, welchem dieser Nahmen beygeleget worden, inder Catayischen Tartarey, welche von 8ma nordwertSgelegen, geherrsthet habe. Die Meynungen von sei-nem Nahmen sind gar unterschieden, indem selbigerentweder aus Nreüe-Lbsm, welches nach der Persi-schen Sprache so viel als eine» Apostolischen oderchristlichen üxönig bedeuten soll, wiewohl er deind^ellonanil'mn zugethan gewestn, oder von prelclnell-Icüsn, ein E"Zel der tVelr, oder aus andern Ur-sprüngen hergeführet wird, welches matt den Oüici;zu weiterer Ausführung überlasset: zumahl, da diegantze Sache sehr sabelhafflig aussichet. Die Mey-nung, als ob der König in Abyßmien der Priester lo-Kanne; wäre, ist vo» den Portugiesen, die ihn indemfunffzeheilden 8eculo in Africa gesuchet, aufgebrachtworden, o)
Zum ander n einige Ladeln, womit inan den Aber-glauben gewöhnlicher Massen bestätigen wollen.
1. Als man die Gebeine der sogenannten Heil. dreyKönige nach der Eroberung von Meyland auf einemCamcele nach Deutschland führet?, vcrlohren die dazu bestellet«, Leute das Cnmeei; nach vielen Bethen'und Fasten aber kam es wieder durch die Lufft geflo-gen, und gestillte sich zu dein übrige» Haussen, p)Durch Gedichte muste das Ansehen der erdichtetenHeiligen bestätiget werden.
2 . Die Heil» Maria zu llaon machte keinen Kran-cken gesund, wenn er nicht zuvor alle Sünden gebeich-tet hätte; durch welches Vorgeben man der Ohren-Beichte aufhelffen wölke, q)
Damit man den zänckischcn r-no-i.rx, von Can--telberg bey der Welt als einen warhafften Heiligenin Anfthen bringen möchte, sind so viel und grosseWunder von ihm ausgesprenget worden, daß man ihnauch dem AposteHKoms- vorgezogen, r) Ich ver-lange aber weder von diesen noch andern was weitereanzuführen, nachdem durch die bisherigen Exempeldie Methode der «»heiligen Betrügereyen zur Gnügebekannt worden. Das
m-ttkKKKKOHdibUork.Orienr. nMäkk 10 IckV 5 inäkri» k. I. Iib.2. ») IOLV8 KVl)01.kV8 in kiü.-terkiop.i. 2. c. l. sc in Oommenr. I,ik. -»erlliop. ük. 2- 0.2Z.ktkd1IV8 tt.Leck llc. 12. c. l). p. ,6z6. p) Lkron. 8»x.<r) Vlwc. lib. 26. c. 17. r) ->ä A.. c. H 7 Z. a. 2 . z.