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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Xlll. 8eculum. !. L,p. Von den Lehrern knOccideut-.

I2E

welcher Würde ihn die Cardinäle, als sie unter sichselbst über keinem einig werden tonten, zum Pabste er.wähleten, da er sich eben von Jerusalem nach Virerbo inItalien begeben hatte- b)

Daß er Geschicklichkeit, Verstand und Gelehrsamkeitnach damahliger Art besessen, wird man sich leicht bere.den, weil er ohne solche Qualitäten von der unterstenLiesse den höchsten Gipffel nicht würde erreichet Haben.Bey erlangtem Pabstthume nun bedienete er sich der-selben zu Ausführung und Bestätigung der bisher auf.gekommenen Antichristischen Maximen-

Er gab allen Ablaß , welche sich gegen den König»iznrkkvvn gebrauchen liessen, und schenckte dessen Cro-ne dem Grafen c-cicoi-o von Amou und ?rousnce, wel-ches denn zu grossem Blut-Vergiesscn gediehe, biskLLvvr Anno 1266. in der Schlacht blieb, und also ovnol.v5 in den Besitz der Länder Neapoli und Siciliengelangete. i) Die Bosheit der Guelffen gegen die Gi-bellinen wacdauchvon diesem Pabste, gleichwie von sei-nen Vorgängern, gestärcket, k) daß man also Italiendamahlen mit Recht eineAntichristischc Mörder-Gru-be betiteln mögen»

Von seinen abergläubischen Pabst-Verrichtungenwird noch an andern Orten etwas gemeldet werden.Sein Tod füll durch Gram verursachet worden seyn,weil ihm nicht alles nach seinem eigensinnigen Kopffevon statten gegangen, l)

Die Briefe von ihm sind in den lomi; voncüliorumbey dem VVAVOIdlvO und in dem Legesto koncif.zu suchen.

Hiernächst hat man noch seine lckccapkralln über denL,. Psalm in der Libliorbec^ ?.nrum. m)

' VI.LX1kl<!8 IV»

Pabst Anno 1265. den 6. Februar» bis 1263. den -H. Norvciubris.

Sein voriger Nahme war 6VIV0 LVI.VAOIV8oder 6VIVO (MO88V8, sein Vaterland aber Franck-reich, der Gegend d^srbonne.

Zuvor trieb er das 8ruäium der Rechts--Gelehrfam-skeit, worinnen er sich so berühmt machte, daß ihn der'H. Ludervig zu seinem R-rrh ernenncre wobey er dennauch hcyrathete, und zwey Töchter zeugete»

Nachdem ihm aber die Frau verstorben, begab er sichin den geistlichen Stand, und warb bald Arclncliacnnugund folgendö Bischofs zu ?u-v in VeUy , weiter ErtzBischosszn Nacbonne,Cardinat und Legat vonEngelland, mid endlich noch abwesend durch bieStimnrcn derandern Cardinäle Pabst»

Er.halssvon Aniou die Königreiche Sici-lien und Jerusalem behaupten, wovor doch dieser demPabste als LehenS-Hercen 4e>ooo»Gold-Güldeuabtra>gen muste. n)

Die grössesie Bosheit und Granfäinkeik bewieffer an«onn.ivino. dem Enckel dcsKäyftxs raivkaicur» vonseinem Sohne con«Lvo. Denn als dieser nebst demHertzoge r-rivLiuco von Oesterreich eine Armee nach

Italien führete, sein? Väterliche Länder wieder zu be-haupten, so that er ihn und. alle, ss seine Parthey hiel.ren,uichtnnk indem Bann; föndern,als auch gedachtebeyde unglückliche Herren von cLr-oro vonAaion ge-fangen wurden, und dieser nicht wüste, was ermit ihnen,anfangen solle, so schrieb er ihm so viel zur Nachricht:Vim Lsarastinj mors Lsroli; und bewog ihn damit, denbeyden gefangenen Printzen.auföffentlich.em.Marckte die:Köpffe vordre Füsse,legen zulassen-.

Durch diese That nun ward endlich der Zweck erhal-ten, auf welchendie bisherigen Päbste alle ihr Dichtenund Trachten gerichtet ,, nemlich der Untergärig desSchwäbischen Hauses, welches sich derPäbftlichen Ty-canney so kapffer wiedersehet Hakte». Inzwischen ver-diente der Pabst darüber bey den Scribenten denTituk,daß er tzuoui; d^Lrone dleronior, das ist, mit einer nachdamahliger Art- barbarischen aber gar nachdrücklichenLxprcslion, grairsainer als irgend ein. dlsro hätteseyn können, benennet wird.o)

Man inercket sonst noch bey den Päbsienan , daß ge»Nieinigll'ch die Llemenres minimc vlcmence;, die boni-,'scii dfalefacii.dle öoireöiÄl lVlaieciici, und die lnnocsn-I>Iocenri86>»> gewesen»

k) doncmuatyr» VMcLdr Nb. zi» i ) LI.Vi8I0V8r,r>. z. ssc. 8. LAi.Ak.v8. ciAccvdiiv8. ic) lia-m» kl.A-Hk8A L LÜI. !) LAI.ALV8. 8rLI-I.A» m) rz, i>)kI.A-HdlA» dLAVL1.LLV3. Alü.

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Seine Briefe und Lonsticutiones sind in den lomir.Luncilivrum, bey dem L^OVIO, ^AVOIdlVO, indemkegelto komit. und sonst no.chunterfchicdenes in dä8ci»vorhanden» x),

6LL6VHIV8 X.

Pabst Anno 1271.- den 1. Septembris biLi276» den io.

Jaiiuariu

Die Cardinäle kanten sich fast gantzer drey Jahr langüber keinein Pabst vereinigen, bis sie endlich auf diesen,sielen, weicher zuvor MLOLAI.OV8 hieß, vozi.?>acsnraanS der. Viicomischen Familie gebürtig, und bisher Ar,.7>i.iiscomi8. zu Lüttig, gewesen, war.. Er. befand sich!eben mit dem Pnntzcn. von.Walles üvv^KOo itt Palästi-ina, als- nmn ihn zu, Viceiko wählete, mrd konte daher erst jfolgendesJaHrden 27»Mertz.zu Rom gecrönet werden«.,Von seiner Wahl. machte einer g) die.Verse r

munus- luin Arclüei>acvrm8 v.nur,,karrcm L^crnni iecic >ii/cc>rciia iracrum»kl.A1iXA rühmet ihn als einen klugen ,, großinüthl»gen und bescheidenn Man», welcher Ruhm: aber vieleAbfälle leidet». Daß er zwischen den.Venetianern und-Genuesern Frieden.stiffrete, auch nicht mehr zugeben woh-te, daß die Guclffe» die Gibellinen verfalgeten, rf wareusolche Wercke, die sonst ausBescheidenheit,Klugheit und-Liebe zum Frieden zustiessen. pflegen - hier aber war derGrund wohl rsrio itacus, weil nach Austilgung deS-Schwäbischen Hauses nicht ferner »ötßigwar, die Par.«.theyligkeiteu in Italien zu unterhalten»

Auf dem. Lonciljo zu Lyon. waren die Vrremrgnngs-Tractaten. mit der Griechischen Kirche Klos. zur Ehre-

vod-

0) I4AVcrk^.V8..8LtSk!V8!i!).. 6. cVI.IH8iVri.V8i-!A. dic»pvlit.. lib. 4 - LL0VIV8 -iZ sn. ILÜZ. cHKlS I VL»»LK 8 OI.VV 8 in nrrrscione rerum s Rsxibu^klierosol/rnsruu!,,14e-ipv!eos, 8icili»L^ve ^etisr«m- p ) LSVK 1>>N. Ulk» tci>ipr..ecc!. p. 641- y) IOtt^dML 8 kvkIVLdiW -x- L'rLI.I-LLI»r). VOl.L'rLl1LAdl.V8 lib.22.