Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

125 »

Klrchen-Histork Neues Testamentes

nem Pabste frey stehe, sein Amt nach Gefallen abzu-dancken. y)

Sein Leben istvonLOLb^8HI>IO beschrie-

ben in der kibliorbeca kacrnm maxima r) zu finden. Jn-gleichcn ist solches von dem Cardinal ?bIK.O oebl?cLO ausgeführet werden, a) Übrigens, so hat ihnder Pabst LbLXlLl8!8 V. im folgenden 8ecu!o unter dieHeiligen versetzet.

Mau Hat einige Schrisstcn unter seinem Nahmenin der Libiiorbeca i'arrum, t>) wiewohl gezweifelt wird/ob sie ihm zugehören. Es ist auch nichts sonderlichesdarinnen anzutreffen, c)

60Nlk^ci"8 vm.

Pabst Nimo i294-de>l24.Oecembr. bis izoz. dcn n.Octobr.

Diß war der obbenennetc KL!>lLl)lLkV8 L/ziKI'ez.)>!V8, von welchem sein Vorführer gewcissagct haben§vll: Er dar sich als ein Fuchs eingefthlichen/wirdrvre ein Löwe regieren, und als ein Hund sterben,ch Seine Eltern hatten sich aus Spanien nach L-uersbegeben/ wovon er den Zunahmen angenommen / ob erwohl zu ^naAniz, da sie letztens gewöhnet/das Tages-Zieht zuerst gesehen.

In der Rechts-Gelahrtheit hatte er so gute ?rc>f«Aus gemacht, daß er noch gar jung den l)c>Äor - Titulerhielt/ und fodenn an dem Päbstlichen Hofe zum eon-tistorial-^clvocaken und krolono,3ric> bestellet ward.FolgendS gelangte er zu einem (lsnamcsrezu Lyoii/irndward Anno 1281- von dem Pahste d^ILOt.^OlH.zumLgräinsl-kresdyterst mit dem Titul 8. d4arcinl in mon-ribus erhoben- e)

beschuldiget ihn ausdrücklich / daß erdurch Hochmuth und Betrug auf den pabft-Stuhl gckouuuen, und man findetoch, daß er/nachder oberzchlter maßen verursachten Abdanckung L0LL.L8Hdll, zu dem Könige L^KObO zu Neapoli beyNacht gegangen/ und ihm seineHülffezu Wiederero-decung des Königreichs Sicilien angebothen / wenn erfeine Wahl würde befördern helffen.5)

Bey seiner Ckönung ward es gleich vor keine guteBedeutung gehalten/daß es plötzlich sehr finster ward/And ein gewaltiger Sturm-Wind alle Lichter und Lam-pen in der Kirchen auslöjchete; ingleichcn,daß bey sei-nem Zurückkehren ein Tumult unter dem Volcke ent-stund / wobey mehr als vicrtzig Personen das Lebeneinbüsseten s)

Es war ihm nicht genug / daß er seinen Vorführerum das Pabsithum betrogen hatte/ sondern er beraub-te ihn auch seiner Freyheit/und ließ ihn aus der Wüstenansein Schloß gefangen bringen / damit/ wie er vor-gab/kein 8cl>il'ma cnkstehen^möchte. b)

Im folgenden ließ er seine Antichrisiifche Löwen-

7) ?I.-Vt'Idka. 2) loni. XXV. s) Lxtsr sp. 8VKIVX1

19. dlsü. b) toc. cüt. c) OV km. ä) kk<!l). 8PXXI-k-. L. kc. 1z. p. i680. ex VVLK.XLKO m ks-Lic. remk>. kLVI.0 sp. ?I8K)K1VN. XlXV-

I VV88'rd10d^S'I'kU.IM81 S-c. e )

LM.. k) I8ixvci.kei<v8 44. 8kOdMXKV8 -IN-

H94. ex VIL^dllO L ß VVävOIX'.

6V8 sn. i294>8kOdiOädlVL -ui sa. 1295.

MbLLVL.

Klauen gar mächtig spüren. Er verfolgte dieGibellinen auf das unbarmhertzigste / welches auch zweyCardinale ?errum und Iscobum aus dem Hause Lolon-N3 betraff; weil sie es nicht nur mit den Gibellincnund rkmLklco von Arragonicn in Sicilien hielten,son-dem auch überllOdllb.Zcil Eingang in das Pabsithumdie Wahrheit mochten gefiedelt Habe-,. Sie wurdendemnach der Untreu bey den Kirchen - Schätzen und an-derer Dinge beschuldiget/ aller ihrer Güter und Wür-den beraubet / und nebst ihrer gesammtcn Verwandt-schafft bamiifiret/anch gar das Lreutz gegen sie gepre-diget/daß sie sich nach Franckrcich retlrireninnsten. i)

Der Ertz-Bischoff von Genua ?okc»k/rv8 war ein-stens am Afcher-Mikwoch zu Rom / und cmpfieng dieEinäscherung gewöhnlicher Massen von dem Pabste,welcher ihm aber die Asche nicht auf den Kopfstreuete,sondern ins Gesiebte warff/imd dabey sagte : Gcden-cke, Mensch, daß du ein GibeUincr bist, und mirdenselben zu Staub und Aschen werden mnst. k)Woraus das Atheistische und boöhaffte Gemüth diesesPabstes zur Gnüge zu erkennen.

Den König kktOLKlLVXl in Sicilien chater nebstseinem gantzen Reiche in Bann,zog cLEvn val.rs,vnaus Franckrcich gegen ihn nach Italien, und gab sonstnoch Gelegenheit zu vielem Blut-Vergießen zwischenden Genuesern, Pisancm und Vcnetianern. I)

Seinen Geitz zu vergnügen Mete er Anno izc,o.zuerst ein sogenanntes lubilaeum an, indem er allen de-nen, so um diese Zeit die Cörperdcr Apostel Petri undPanli besuchen würden, völligen Ablaß versprach;wodurch eine solche Menge Volckes nach Rom gezo-gen ward, daß man einander kaum auf den Strassenausweichen konte, m) und ist leichtlich zu erachten,was diese Menge vor ein Geld nach Rom geschleppethaben müsse.

Bey diesem lubilseo wird erzehlet, daß er zwar desersten Tages dem Volcke in Päbstlichen Kleidern denSeegcn gesprochen, des andern Tages aber sey er in ei-nem Käysirlichen Habit erschienen, habe zwey Schwerd-tcr vor sich herlraqcn und auöruffen lassen : Siehe,hier sind zwey Schwerdrer. n)

Anno izcn. verfiel der Pabst in einen merckwürdi>gen Streik mit dem Könige in Franckrcich kml.mi-0dem Schönen, worzn der Anlaß zwar bereits Anno1296. durch eine Bulle gegeben worden, darinnen derClerisey verbothen ward, olMe des pabstes Bewil-ligung den weltlichen potentsten unter kcinerleyTitul und porwande einige Sreuren oder?lbga-ben zu entrichten. *)

kbllblllkO war diese Bulle ungelegen, zumahl, daer cbeu zudem Kriege mit Engelland Geld benüthiget

war:

>) kUI'Id^» I) Iciem. m) läem t^kron. ML-

Anum kcltzicum »ä s. izoo. ?Ot.1tvOk<V8 VM6IdIV8Iid. 8- csp. i. n: I"2IV8 8»xon. lib. 8. Lonlinuakor

Ldronici Vrsiiei-ßenll; p. 262. <?on5. LoiiüicutioVIII. Vnsm ecc!e/ism r^c. «juue exrsr in Inrc (7-non.

inrer Lxrl-zuügznres comniune; Iii>. I. I'ir. äe MLivrik^re Scvdeäiemis. LX1.LLVL. Vüi. llb. 6.OkcrccsI. ^ir. üe im-munirsce scsleß.