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Kirchen - Historie Neues Testamentes.
nachgehen^ noch heutiges Tages mitdcnFranciscanern«nd Jesuiten, welche ihnen widersprechen , darübernicht vertragen können : so zeiget doch mehrgerühinterVOK8CIILV8, 8) daß er ausdrücklich gegen die nachihm folgenden Papisten hierbei) gelchret: GOrrhabeweder um der eigenen guten wercke willen , dieer vorher gesehen, den Menschen zum Leben prscckeüin, er, noch auch iemanden anders, als in An-sehung seiner beharrlichen Unbußferrigkeit, kei-nesweges aber aus einem unbedingten willenverworften; ingleichen, daß man seiner Erwah-lung gewiß seyn könne , wenn man sich in derOrdnung des Heils befinde.
Die Lehre von dem Menschen setzet offt
deutlich , daß das göttliche Ebenbild durch dieSünde verlohren worden; l>) daß die angefihaffe-ne Gerechtigkeit nebst der Unsterblichkeit eine na-türliche und nicht übernatürliche Gabe gewesen;i) daß der erste Mensch durch die Untreu und Ab-weichungen von den göttlichen Ofienbahrungengcsündiger; k) daß auch die Jungfrau Maria mSünden einps.ngcN worden; > daß die böse Luftauch bey den wiedergebohrnen, odschon keilteEn'willrgung erfolge, eine Sünde sey; m, daß dieErb-Sünde in keiner blosicn Beraubung des Gu-ten, sondern auch in einer würcklichen bösen Be-schaffenheit bestehe; n) daß dre H. Jungfrau auchwürcklrchcn Sünden unterworften gewesen; »)Mid daß keine auh die geringste Günoe ihrer ffla-rur nah irichr so beschaffen sey, daß sie vergebenwerden könne. i>) Viele oiefr Sätze bestreitetHIOIck/Z8 zwar an andern Orten gantz offenbarlich, gleich-wohl zwinget ihn auch das Licht nicht selten die Wahr-heit zu bekennen; woraus der Streit des Lichtes undder Finsterniß in feinem Gemüthe bedauernswürdigzu bcmercken.
Die Knechlschasst des willens bestätiget HOdl/Z-g) in den Worten: Der freye Wille kanzwar vor sich in Sünden fall n, aber keine, weges ohne den B ystand der göttlichen Gnade wirder ausfiel en. Er kan die Gnade weder verlangen noch erkennen , wofern ihm nicht von obenherab gehoiffen wird. >) Diesem tritt KIV8Ick. s) bey, wenn er kurtz schreibet: Der Mensch kanvon sich selbst ohne die Gnade nichts haben.Wie der Haupt - Lehrer dieser Zeit ckHttdck^8b!^8 ff wohl dem Verstände als Willen akke Krafft ingöttlichen Dingen mit klaren Worte« abspricht, magman bey dem osftaugezogenen OOK8LULO r) nachsihen.
Die Lehre von der Rechtfertigung war zwar überaus sehr verdunckckt: dennoch findet man noch vielrichtiges bey unterschiedenen Ecribenten dieser Zeiten.Unter andern bekennet fU0lck/Z8, daß der rechtfer-
tigende Glaube nicht nur darinnen bestehe, daßman den Verheißungen von der Gnade, und deruns zu zurechnenden Gerechtigkeit Christi Beyfallgebe; sondern auch in dem Vertrauen, und alsonicht blos zum Verstände, sondern auch zum wil-len gehöre ; ingleichen, daß der Glaube aufGOr-res Barmhertzigkeir und dre Zueignung des Ver-dienstes Christi allein gerecht mache, und daß dieLrüchre der guten wercke von solchem Glaubennothwendig herkommen. *)
Von den guten wercken zeiget dieser Lehrer mehrals an einem Orte, daß keine verdienstliche Rraffcin denstlben befindlich, wenn man eigentlich, undalso nach der Wahrheit, davon reden wolle;(denn sonst ward freylich dazumahl mehr als zu viel vonder Verdienstlichkeit der Wercke gesprochen ,) daherdürfte vor dem Richrer-SmhleGOttes niemandauf feine gme wercke trotzen, ob sie auch schon
ß) lb!Z. leöt. 8. k) Itzici. se<H. H. 1k. 2. i) Ik>idcm p. Z47.k> 1i>iä. s>. Z7l. t) ibiä. s>. leq<z. m)idi^> p.Z/8-ik»ä. ss. Z8/-0) itziS. s». ZAZ. se>jc;. s>) ibicl.p.
ZyK. 0) tn i»reuilt»^ui» ?. z. Üb. 2. c. Z. r) <te retuueÄ.
bsminir s xvc»»co »a grAUi»m» ») m Icksirk. e.i 8. «) toc.cic.ieü. z. c.).
im Glauben geschehen, u)
Daß MO)ck^8 viele falsch emgeschlichene Lehrenbey den Sacramenten nicht adtolur gebilligek,und nachdem Inhalt der Einsetzung derselben offt ziemlich rich-tig davon geurtheilet, ist ebenfalls wie noch viel andereStücke des ChristlichenGlanbens,auö seinen Schliff-ten erweißlich. x)
IX.
Was hat man voe Fehler oder Irrthümerin der Lehre zu bemercken?
Man siehet hierdey
r. Auf die irrigen Lehren selbst.
2 . Airs den Fortgang der verderblichen KKola.loschen Theologie.
X.
Was sind vor irrige Lehren eingeführet undbestätiget worden?
Zuvörderst die Lehre von der ?IlH!>I88V881'HdI-oder Vcrwandcluug des Brods und Wei-nes bey dem Sacramenke in den Leib und das BlutChristi, dergestalt, baß nicht blos die wahrhaffte Ge-genwart des Leibes und Blutes Christi bey den Sacra-mentlichen ^mbolis damit angedeutet, sondern einewürckliche und wesentliche Veränderung des Brodsund Weines in den Leib und das Blut Christi gelchretund behauptet wurde.
Dieser grosse und verdammliche Irrthum, welcher zumehr als heybnischer Abgötterei) Gelegenheit gegeben,ist wie bekannt, nach und nach in vorhergehenden Zei-ten schon cingerissen , in diesem 8eculc> aber von demPabst lbld>'OLLbMO III. auf dem IV. Loncilio imLateran y) öffentlich eingeführet worden.
Hiernächst merckek man die Fanatischen Träume,wel-che in dem sogenannten ewigen LV^dKWlckO zumVorschein kommen. Es flog nehmlich unter besagtemTitul ein Buch um die Mitten dieses 8ecu1i in dieWelt, welches ein gewisser lOU^dldlbb__so
*) VOK8LM V8 loe. cik. p. 472. 477.479. leyq. n) lind.paß. 559. ;6§. r ) ibidem 22» teijy.,
7) Ox. L.