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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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L276

Kirchen . Historie Neues Testamente-

VI.

Wie haben sich die Lehrer in ihren Pflich-ten wohl verhalten?

Diese Hatten nicht nur eine gute Erkänntniß, son.Lern auch ein Ansehen wegen ihres guten Wandels, c)Nebst der äusser», Vocskion »nisten sie auch der innernversichert seyn. 6) Sie führcten die Irrenden zu-rechte, und brachten sie auf den Weg des Heils, e)Je ein Höher Amt sie hatten, desto heiliger lebten sie,-desto sorgfältiger wacheren sie, .desto kräfftiger weide-ten sie, die Heerdc. f)

Sie predigten nicht ihre eigene Lehre, sondern des-jenigett,so sie gesandt harte. Oeffentliche Sün-den straffem, sie öffentlich, in andern suchten sie sonstdein Sünder zu Hülffe zu kommen. k>) Sie wieder-stunden nicht mir den Wölffen, welche ihre Schaafe geistlich ködteren, sondern auch den Tyrannen, wel-che den Leib plagetcn, doch nicht mit leiblichen, son-dern geistlichen Waffen, nemlich mit heilsamen ErMahnungen, andächtigem Gebeth, und endlich beyden Halsstarrigen mit dem Kirchen-Banne, i)

In ihrem Leben fand man Liebe gegen jedermann,Großmüthigkeit im Leiden, einen Ernst gegen das Bö-se, Demuth und Unterdrückung deöStoltzcs, Beharr-Li'gkei't rmd Eifer r„ ihrem Amte, K) und derglei-chcn mehr. I)

VII.

Wie zeigte sich der Verfall in den Pflich-ten der Lehrer ?

Hiervon sind alle Nachrichten dieser Zeiten so erfül-fet, daß man nicht weiß, wo man anfangen oder auf-hören soll. Doch nur etwas zur Probe anzubringen,so schreibet einer, m) es sey in diesen Zeiten ein sol-chcr Abfall von Christo bey den Dienern des Teufelsgewesen, daß man dergleichen vorn Anfang der gepflantz-reu Kirchen nicht gespüret habe.

Von den Päbsten ist gnug gesagt worden- Vonker übrigen Ckerifcy spricht IdOLHl V8 6l<08H-IL^l)irr einer Rede an den Pabst ; n) Sie sind diejeni-gen^ so den Erdboden verwüsten, mrd die Hecr--e des HErrn ;erstr<tren und zcrrerssen, denWeinberg des HErrn adsiesien und Zerstören,rmd den gantzenErdbodcn verunreinigen.Sie ver-kündigen nicht das Evattgelium Christi, wie sichsgezieiner, und aso sind sie in sich selbst todt, töd-ren aber auch die Seelen, so ihnen vertrauet sind.Sie sind aicbriiti und ein in einen Engel desLichts verstellter Gaean, Diebe und Mörder,welche die Schaa so schlachten und umbringen,und das Haust des HErrn zu einer Mörder-Gru-Le machen. Folgends beschreibet besagter VischoffDen Hochmuth , Geitz, die Unzucht und das Schwel

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gen der Pfaffen, und nennet sie Meister in allemBojen, giebt auch die Ursache solches Verderbens andie Hand, nemlich die Heucheley des Päbstlicbcn Ho.fes, welcher selbst übel lebte, und zu solcher Boßhcitdurch die Finger sähe rc.

Nicht nur die Schrifften berWahrheits-Zeugen ent«deckten solchergestalt den Verfall der Clen'sey, sondernman fand auch um selbige Zeit viel Gemählde an Wän-den und in Büchern, welche selbigen bemercketen. Mansahe an unterschiedenen Orten die Päbsie, Cardinäle,Bischöffe, Aebte rc. den Teufeln in den Schlund derHollen nachfolgen, ingleichen Bare mit Creriken,WölffemikWachS-Lichtcrn und Mönchs-Kutten, Esel,so Messe hielten, wie zu Straßburg an einer Säulendes Münsters, so um diese Zeit zu Stande gekommen,eingehauen worden, ohne, daß es die blinden Pfaffendamahlcn übel aufgenommen hätten. Anderer der«gleichen mehr, dadurch die Clerifty bey ihren Grauelnzu Schand und Spott geworden, zu geschweige!,, o )vm.

Wie war die Kirchen-Zucht beschaffen?

Man mercket Hierbei)

1. Die Zucht mir den Sündern.

2 . Einige andere Gebräuche und Anstalten.

IX.

Wie gieng man mit den Sündern um ?

Noch eben mit solchem, wo nicht ärgern, Mißbrau-ehe des Amtes der Schlüssel, als in nächst vorherge-henden 8ecutl5. Uberdiß aber ward dicOhren-Beichte,so sonst im vorhergehenden 8ecu!o noch in eines jedwe-den freyem Willen gestanden, p) nunmehr» durch öf-fentlichen Schluß des LLteranensischen8ynoci>Ao. 1215.zu einem Gewissenö-Zwange gemacht, dergestast, daßman dieselbe wenigstens einmahl des Jahres verrichtenmüste, wo man nicht in den Kirchen-Vann verfallen,und nach dem Tode des Begräbnisses beraubet seynwölke, g)

X

Was hat man noch von andern Verord-nungen und Anstaltenzu mercken?

, Folgende

r. Den der Geistlichen»

2 . Die Schulen.

). Die Bibliorhecken.

4 . Die sxlöster.

5. Die M(2.VILM0N.

XI.

Was ist von dem OelLbat der Geistlichenzu mercken?

MNOcru'nvz III. verboth den Priestern den Ehestandanfs nachdrücklichste, ob er gleich gestehen muste, daßsie die Gabe der Keuschheit nicht hätten. inoi-iL8 osätzvikeo und 8cllolsÜici eiferten anch aufs hefftig»sie darwieder. r) Zu Lieici xi. in Schweden Zeiten,

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