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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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Kirchen-Historie Neues Testamentes

densseme Überzeugungen in vorgegebenen Mirackeln,und letzlich in der unsinnigen Inguilicion, worzu ihmsein verwegenes und blutgieriges Gemüthe bequemeAnschläge an Die'Hand gab.

Weil er sich nun durch solchen Eifer bekannt mach-te, und Dabey die Gabe hatte n,it Lügen-Wundern <l)

alles vollauf hatte/ so gab er seinen Begierden Raum,und waltzeke sich bis in sein fünf und jwantzigstes Jahrin allen Wollüsten, g )

Folgender Zeit soll er durch unterschiedene Offeuba.rMgen , und sonderlich durch die angehöreten Worte

... - ^- . des Evangelii: Ihr solt nicht Gold noch Silber

zu prahlen,'so bekam er vrel Anhang, welcher dasbioch Eriz in euren Gürteln haben rc.(tckactl>.X, 9.)^ ^ bewogt worden seyn, der väterlichen Güter sich zu

begeben, und auf eine besondere Weife der Welt zuentsagen.

Er warff alle Kleidnng von sich, zog eine rauhe Kut-te an, welche er mit einem Stricke um den Leib zusam-men band, gieng mit blossen Füssen, und lebte alleinvon Allmosen. Sein Betts war ein Stroh - oderSchliff-Matte, sein Kspff-Küssen ein Stein. Erversiellete sich ferner durch einen wilden Bart und un-gekämmte Haare , daß also fein Ansehen, zumahl inden abergläubischen Zeiten, freylich einer, besondernEindruck bey jedermann geben musie, zumahl da er

Werck ausgleiche Weift mit ihni treihe» wolle. Deßwar seinem hohen GeW trefflich gelegen, -und suchtedaher-seiner'. Nahmen zu verewigen, welches er nachder» Umständen DamahligerZest nicht besser thun tonte,als daß er einen neuen Orden siifflcte.

Anfänglich beobachtete er init seinen neuen OrdensBrudern nichts anders, als die sogenannte Regn! ünxiuüii'l,.welche er zuvorhero angenommen hatte: baldaber setzte er seine Erfindungen hinzu, und nahmeinenbesondern Habit an. Da nun der Pabst -nononivsdie Einfälle bestätigtc/so war es mit dern neuen Or-den richtig.

Nach den besondern Regeln dieses Ordens darssj seinen Leib mit gar strengen Fasten ausmergelte, daß

niemand was eigenes haben, oder jemablen Fleischesien. Sie müssen auch zu gewissen Zeiten unda,r gewissen (Orten stille schweigen, und was derunnützen Satzimgen mehr sind. Ihre Kleidung be-stehet aus einem langen weisseu Rocke undschwartzenMantel darüber nn't einem Scapnlar, worzu ihm dieJungfrau Maria die Anweisung soll gegeben Haben, e)^ DerOrden ist vor beyderley Geschlecht eingerichtet,ebaher ^s. auch Dominicanerinnen ziehet, wie dennauch DOlvlirqiLV8 aus den Seinigcu noch die Do^ininicaner 8. DUbUl^k stifftete/welche die AlbigcnMischen Ketzer auch mit dem Schwerdt verfolgen mästen' Sonst Heißen sie Prediger-Mönche, weil sie gc->pendle Ketzer predigten, Iacodiren von einem Klv»^ster 8. Iqccwi zu Paris, und Marien-Bruder, weil«-sie diese Heil- Jungfrau zu ihrer Beschützerin angc--mommen.

Es ist säst unglaublich, wie sich dieser Orden in kur-tzem ausgebreitet, worzu das bey den Heuchlern garzu beliebteBerfolgen der Ketzer, die vom OOdUdüeO^ausgesprengten Erscheinungen und Wunder-Wercke,die Pabsilichen kriuilegis, die baldige Erhebung iX)klldilLI untcrdie Heiligen -und zwar des ersten Ran-ges , welche von currsomo IX.. geschehen, und derglei-chen andere Vortheile gedienet- k)xvm.

Wie ist der Framiscaner - Orden aufge-kommen ?

ch88l8iV8, oder K 88 l 81 /c 8 zubenah'rnet- weil er von »einer Stadt im HcrtzoglhumeSpvierv. gebürtig'-war, .gieng anfänglich , gleichwiesein Vater,"der Kanffinannschafft nach, und weck er

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ihn die meisten bewunderten , viele aber auch aus-lachten- ..Inzwischen besser dabey als ein Land-Strei-cher durch gantzItalien Herum, und zog verschiedeneCameraden an sich, so, daß er nunmehro, wie er sichohne Zweifel vorgenommen hatte, auf die Stifftnngeines neuen Ordens dencken konte. lih

Er setzte also eine Regul auf, mit welcher es son-derlichDarauf ankam, -daß die Mönche kein Geldnehmen, nichts eigenes-haben, und sich mir blossssn Betteln ernähren jöitcn. Ihre Tracht ist einelange unförmliche Mönchs-Kutte mit einem Lspueio,welches sie von hinken über den Kopfs ziehen und wie-der hinunter streiffen können. Die Kurte binden sie,,vie bekannt,-mit einem Stricke zusammen,.und ge-hen barfuß, wiewvMim folgenden ein und anders vondem lncknma verändert worden, welches aber wedermeines Vorhabens noch nöthig ist auszuführen, i-

Der Anfang dieses Ordens fället etwa in das JahrrsoZ.'nach welcher Zeit ihn mnocenriv; III. auf demLoncilio im Lateran spprobirete, da er zwar bey demersten Vorkrage nicht eben gleich dran gewolt, son-dern zu kraucilco. gesprochen hatte: Bruder, gehDmir deiner Regel lieber zu den Schweinen , undwälye dich mir ihnen im Rothe herum, weck dudieser Compagnie ähnlicher stehest, als den Men-schen. k) Die (amlnmstton dieses Ordens gerb »o.

lcoiclV8 IN. ANN 0 I22Z.

Hier solre man nnn die fast unzählichc» Fabeln an-führen, wodurch sich dieser Orden groß und berühmtgemacht: allein sie sind mehrentheils nicht des Anden-ckens wehrt. Daher will ich nur der gräulichen undlästerlichen Lügen von den sogcnanken ZuZmaudur krsn-cisci Erwähnung thun. l)

Man hat ein Buch, welches lüber conlormitatum8. krancikci aä vicsm tclu Lbritti betitelt wird , und

von

8 ) Vtt 8 ckKl 1 V 8 l,tz. 29. CLP. 97. k) ttV8kII8IS-djV8 üb. cik-r. c,p. 8- ») ISem itziSem c,p. 9. 5 -gq. tc)^S 11 'ttS 8 V 8 kS8t8. »ä «in. rsr/. xsß. 28?- 1 ) V»«t.v^äOV1iq6V8 »ao,I. Läworik.