K irchen. Historie Neues Testaments
mögen aus der verdorbenen Philosophie Hrrgeflossmseyn, wenn sie anders ihre Richtigkeit haben.
Es fallen aber viel Zweifel vor, obdergleichen Ketzer-Lehren mir Grund der Wahrheit kön-nen beygeleget werden, b) Selbst unter den Papistenbeschuldigen ihn einige weiter nichts , als daß er be
Auf deutsch hiessen sie Llegeler oder Bengcler, wieauchGeiste! Bruder und Crcriy-Brüder. Im La«teinischcn nennere mau sie noch II(ir^8 , kV8IV/t-l<! 05 , l>I^ 6 IkLK 08 ,LKVcUM 08 , k^IKK8 Ilst^O?,I8 6cc. n)
Ihr Ursprung wird in Italien zu kerugi» um daS
Hauptet, etn jeder Christ mistsse Aurbcn,daßerciistIahr rr6oi angegeben, und einem gewissen Einsiedler,Mied Christi siy, außer dem könne er nicht stellt Ilahmenö stKsdtt.IUO, zugeschrieben, » welcher nach
werden. Die andern Irrthümer waren mehr feinenDistipeln als ihm selbst zuzuschreiben, i^)
Sofern ihm nun diß nur alleine zugehöreke, so wäre«c leichte zu entschuldigen, indem er es so verstanden ha-ben möchte, daß niemand könne seelig werden, welchernicht durch den Glauben mit Christo vereiniget, und alsoein lebendiges Glied seines geistlichen Leibes werde.
Viel andere seiner Sätze, die bey den Scribenten zubefinden, sind auch so beschaffen, daß sie vielmehr Zeug-uisse gegen die im Schwange gehenden Irrlehren mö-Hen gewesen seyn. Also mag er etwa die b'nmsiubllsariarion und nicht eben sowohl die wahrhaffre Gegen-wart des Leibes Christi im Abendmahl verworffen Ha>ben. Es kan seyn, daß er gelehrek , der Mensch Habe
dem Aberglauben selbiger Zeiten bey dem verderbtenBlut-Vcrgiessen in Italien die Leute zur Busse führenwolte, und biß meynete er knrrch ein unmenschlichesund öffentliches Geißeln in§Merck zusetzen.
Die ritele Einbildung grosser Verdienste, so ihnendadurch bey GOtt zuwachsen würden, machte ihm baldvon allerhand Leuten einen grossen Anhang , welcherHausse gäntz Italien durchstriech, und auch bis nachStraßburg in Deutschland gelangete. p)
Sie wurden ordentlich durch Pfaffen , so ihnenCrcutze und Fahnen vortrugen, angeführet, lind gien-gen Proceß-weise ie zwey und zwey in weißen Kleidern,oder auch rothen Manteln mit weißen Creutzen undeben solchen Hüten, mir bedecktem Gesichte und ent-
durch den Glauben den Himmel bereits in sich , das blössctcm Rücken von einer Stadt zur andern , undist,den Anfang des himmlischen Vergnügens ; herge-igeisselten sich auf das unbarmhertzigste,daß das Blutgen wäre das böse Gewissen der Gottlosen nichts an-cherab floß, wöbe») sie Christum und die Mutter GOt«bcrö als ein Anfang der höllischen Quälungen. stes mit grossem Geheule um Gnade vor die Italiäiü-Dicsen Muthmaßungen kommet zu statten, daß er schen Lande anruffctcn.
den Dienst der Heiligen und Bilder verdammet, unddie Abgötterey mit den Reliquien durchgezogen, K) auswelchem Aberglauben doch damahlen fast das gantze
Es kamen derselben endlich so viel zusammen, daßman deren zuweilen bis 2000». zahlete, daher dieObrigkeiten endlich ein Einsehen drein hatten, urrddiß
Christenthum bestund, weswegen es kein Wunder,'daß Unwesen bey LebenS-Straffe verbothen, wie sonderlichman ihn zu verketzern allerley Lügen von ihm erdichtet, in Italien von , Königen in Siciiien und
und seine Lehren verdrehet hat. §Apulicn, geschehen, g) Als sie auch nach Deurschlalst»
Inzwischen, da man hiervon keine andere als wahr- kamen, verboth ihnen dcrHertzognr^xicvxvonBäyernscheinliche Gründe beybringen kan, so lässet man einem seine Grenzen, r) In Böhmen, wo sie sich Anno 1:62.jeden dißfalls seine Meinung, undmercket nur,daßun- gleichfalls e'ingefunden, brachten siedle Leuteuuterbemrer seinen Distipeln vor arider» O?eViO OK Oldl^'- Scheine der Religion um viel Geld, weswegen sie »r-PS genennet wird , welcher die obgebachten Irrhii-'ro»»kV5 bald aus dem Lande jagte. In Pisten wölkeWer soll frey heraus gesaget haben. 1) sie weder cher Bischoss r-.i^ooi»» von Cracau , noch
Übrigens stellcte man die Inguilnion gegen diese Leu-
leiden,
auch der Ertz-Bisthoss von Gncsen iLuvssiv;te dergestalt an, daß einige vorgaben, sie wölken zu st« und drohcte inan den Polackcn mit der Lonstlcakion ih-nen Lretcn, und damit ihre Geheimnisse, wie sie melde, rer Güter, wenn sich jemand von selbigen zu dieserSe-ten, erfnhrerr. Worauf sie der König ?nn.i??v8 -evsv. stke wenden würde. 5) Zu Meisten kriebße der Bischoss,rvr beym Kopffe nehmen,zeheu davon verbrennen,und.Conrad gleichfalls anöden Gräntzen. t)drey m ewiges Gefängniß bringen ließ. Einer cnt-i Weil sie also,mehrentheils aus politischen Ursachen,kam diesen Straffen , als er das Kloster-Leben ange- da sie viel Leute vcrführetcn, unddem Lande nicht nurlobet. Bey dieser Kxccukion müßen auch beschwerlich,sondcrnauch gefährlich wäre »-fast nirgends
Gebeine snsgegrabeu und verbrannt werden m) gelitten wurden, so verlohrcn sie sich in kurtzem, oder zeig«
IV. ten sich nur denn und wenn an einigen Orten in geringer
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.Anzahl,biß sie in folgendem 8eculo Anno lZ4y-aufö neuemit grossem Haussen ausbrachc»,davon ich alödennanseinem Orte das nöthige berühren werde. Den
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in vniu. p. 645, p , kilrrUpomena
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