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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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Xlll. Seculum. IV. Olp. Von KeiMyen und Tkennungen.

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Den Anfang dieser Secte loben die Papisten, u) ohn-zweifel, weil sie dasjenige , was sie als eine besondere8acizta6tiOn erfunden, nemlich das Griffeln , nicht Übelsprechen konten. Im folgenden aber, da sie allerhandLehren ausbreiteten/ die den Päbsten und Pfaffen nichtanständig waren/wurden ste verketzert. Ob nun wohlihre ketzerischen Sätze nur nach und nach mögen seynausgebrütet worden : so achte ich doch vor nöthig all»hier einen kürtzlichen Auszug nach dem Berichte derScribenten davon zu geben, damit man diese Leute de-sto besser beurtheilen könne.

Sie lehreten demnach, daß sie durch einen himm-

K1^d1I2V8 ein Franciscaner,welchen derPabst sorurz-clvs ausgraben und verbrennen fasse«,

Andere nennen? 65 KVKl VL und?L.

1 KVX 1 06 rokiO- 86 X 1 ?KO!^l 0 gleichfalls Minori-ten oder Francisianer , welche von aoel-errmo v. Er«laubniß bekommen hatten, als Einsiedler nach den ge«nauen Worten der Regul krancilci ^ lehrn. Weil ih-nen nun viele gefolget, so wäre bald gantz Apulien mitsolchen Mönchen erfüllet worden, die nach ihrem freyenWillen b.y dem beliebten Müßiggänge, ohne Regulund ohne Obern Herum geschweiffet, und ihres Gefal-lens gelebek, ihre gantze Vollkommenheit aber in nichts

lischen Brief, den ein Engel auf den Altar perrfals dem Scheine der Armuth gesetzet Hätten,- a) vo«zu Rom geleger, zu ihrem Vornehmen waren an- welchem letzter« sie auch krawes «je pauxere vica bett

gcführer worden. Geinr der Zerr harre alle <Sewalt des padstes und der Bisthoffe zu binden undzri lös n, ,a wegen Bosheit der Priester das gan-tze Amr des Erangelii aufgeboret. Alle gewey-here Sachen waren nun unheilig, die Rirchen

Sünden-Häufer und Morder-Gruben; die Rrr- ,, ,

^en - Gelange nicht besser, als das Heulen der der unschuldigen Creatur die Seele ausgegangen. InHunde, auch alle Sacramenre ohne Rrassr und,wessen Händen nun solches geschehe« , der wäre ihrlauter Betrug. Hingegen hätte GOtt nunmehr oberster Priester geworden rc. b)

telt werden.

Man giebt ihnen ein gräuliches Leben schuld , daß siein ihren Nacht-Versammlungen die Lichter ausgelö-schet, und viehische Unzucht getrieben; die solcherge-stalt erzeugeten Kinder noch frisch in ihre Versamm-lung gebracht, und einander so lange zugeworffen, bis

ro die Blut-Taufte eingesetzet, diese sey ihin al-lein angenehm, und könne also niemand selig wer?den, der nicht in ihre GeseUfchaftt rrare, und sichbis auf das Blut geissele. In Summa, sie mach-ten allen andern Gottes-Dienst , der damahls in denmeisten Stücken freylich eitel gnug war, herunter, underhoben blos ihre Geißelung. Weil sie auch von demPabste und der Clerisey verfolget wurden, so nennetensie selbige öffentlich den Antichrist, und entdeckten ih-re Gräuel in vielen Stücken, x)

Inzwischen sind sie doch keineewegeS vor WahrheitS-Zeugen anzusehen, vielweni'ger von der Ketzerey loszu-zählen, wie KOlbL^V in seiner Hilloria klsgellankiumzu erweisen suchet, weil sie ihre gantze Seeligkeit aufdie nirgends von GOtt befohlene Geißelung baueten.Die Tödtung des Fleisches, so GOtt erfordert,bestehetin andern Dingen, nemlich in der Mäßigkeit, De-muth, Keuschheit, Geduld rc. wie aus der Hienlogi-,lciorali erhellet, und diese hat keineeweges etwas ver-dienstliches bey sich, wie die fl^ellamez von ihremWercke glaubeten, weil unser Heil sich eintzig und al-lein auf das vollkommene Verdienst unsers Heylandesgründet, y) ^

Wer waren die kratriceU?

Ich habe im vorhergehenden 8eculo angezeiget, daßdieser Nahme auch den VValdenfern beygeleget worden. Indem man aber eine besondere Secte dieses 8eculi aus selbigen machet, so achte ich vor nützlich dasbcnöthigte davon hier anzuzeigen.

Man setzet ihren Ursprung um daö Ende dieses 8eculi i» das. Jahr 1298. Ihr Vorgänger war

" u) sä ,n. !Z 49 - n. IO." ») mkOvÖkl-

LV8 VKIK in Kitt. Lonciiii Lonürntienf.

von der Hrrdt Lkiacil. LonKsnr. l.k. r. p. 127.feg. y) Conf. cUKILIläblVZ 8 cU 06 ^ 6 LdUVL loc.ci». x. 5Z. feg. ^

Unter den Kencr-Lebren , so man ihnen beymisset,sind folgende. Sie hätten die Sacramenre vts aufdie Taufte verachtet, und von den Seelen derHeiligen getehrer, daß ste nicht eher, als auf de»sungstenTag,zumAnfchauenGOttesgelangeten.c)Weil mau aber auch findet, daß siedcnPabstunddieRömische Kirche verworffen, und die Lehrer derselbe«vor Wölffe ausgegeben, so ist nicht unwahrscheinlich,daß diese Leute das Verderben des Christenthums mö-gen eingesehen und bestraffet haben, weswegen sie vonvielen zu den Waldenftrn und Wahrheits-Zeugen ge-rechnet werden, ä) ob sie schon andere vor ksnanco»hal-ten. e) Das ist bekannt, daß der Teufel von Anfangder Kirchen her die Mode gehabt, mit dergleichen Ver-leumdungen , wie von den ki-an-icelli; erzehlet werden,die rechtschaffenen Christen zu beschmvtzen. f)

Die Päbste VIII. und icmLMex, xxn ver-

folgten ste aufs hefftigste, und liessen ihrerviel verbren-nen , wiewohl sie doch nicht gäntzlich vertilget wer-den komen. g)

VI.

Wer waren die Leßuaräl und LeZumÄe?

Diese werden sonst auch zu den ki-Ätricelli; gerechnet,und fanden sich um das Ende dieses 8eculi in den Nie-derlanden. Sie bestunden aus Männern und Weibern,welche einen braunen Habit trugen. Die keguarcii wa-ren die Mannes-Personen, die Leguinse aber Weibes-Leute. Ihx

ConrinuN. Vkc8kLkc6L^8I8. ^6K6OXILI^8I8 lib. IZ.s) VVkk8^L!>1I>IV8 tt. k. tec. 14. p. 99;.VV bibliotl,.

nmivcl. H.p. b) LLKKtt^k0V8 6Vc?LKVK6.

c) l«tem. S) iiktlvk-tzOLKVL in kNt. Psp,ru;. Ose,l?rekt.verir. ^6LlrkkcL6^6IV8 in 8umm»r. Z9Z. feg.tt«ZV6KV8 in cüsserk. cie eccleL» VVsl^enlnim. e ) kL 1 ^V 8IV^I^6V8 conrri -f. I. 246. feg. k) <Ivnf.

PUI6. ^tOiri^^LV8 «n M)-Nerio inigvir>ki5. 8)c?ln-on, läir-f»uß. Lkkt 60 ^l 6 !>I 8 I 8 I.c. ia «tiÄion«

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