Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

I 2 Y 8

Kirchen-Historle Neues Testamente-

gantzer 2;. Jahr verflossen, in welcher keinrechter Käyftr erwählet werden, und zu Kräfftcn kein.men konte, so wird diese Zeit insgemein das grosse In-terregnum genennet, wiewohl andere dasselbe bald vonder Bannisirung kklvkKlL! Anno 1245. bald vondem Tode LOd-IK/Ml Anno 1254. bald von dem To-de von Holland Ao. 1256. bald von dem

Abzüge KILH^KOI Anno 1257. zu zählen anfangen,und also verschiedene Rechnung führen, davon die Ent-scheidung den Politischen Scnbenten bleibet, m)Soweit harren es nemlich die »»christlichen Pabst.Iiuriguen gebracht, daß sie nun diese Zeit über inDeutschland alles durcheinander mengeten, und ihrenVortheil daraus zogen, so gut es werden woltc. Da.bey aber entstund ein so bedaurens-würdiger Zustandin dein sogenannten Römischen Reiche, welcher wohlschwerlich schlimmer hättte seyn können; indem ein je-der seines Gefallens lebte, und sein eigenmächtigerRichreöziyar, welches zu unendlichen Raubereyen,Mordthaten, Ungerechtigkeit und andern schwerenSünden Gelegenheit gegeben, davor« die Päbste, beywelchen dessen wahre Ursache zu suchen, in Ewigkeitnicht werden Rechcnschasst geben können.

Von dieser Zeit einen kurtzen Begriff zu geben , sohätte zwar rleivLLici n. Sohne, das Käy-

serthum gebühret, weil ihn die Stände schon Ao. 12;/.zum Römischen Könige erwählet und gecrönet hat-ten, n) er suchte auch sein Recht zu behaupten : al«lein der Pabst hatte schon von Holland

dran geholffen, und wüste die Sache so zu karten, daßihm endlich von seinem natürlichen Bruder ra-exrirkoodurch Gisst der Weg aus der Weltgewicscn ward. 0)Indessen hatte auch ^ lbHLbKiV8 von Holland sowenig Ansehen in Deutschland, daß ihm der Grassvon Waldcck die Gemahlin in Arrest nahm, bis er ihmeine gnvisse Geld.Summe gezahlek hatte, p) und zuUtr cht warss ihm ein Bürger gar einen Stein nachdem Kopffe. c,) Alle Strassen waren schon feint vie-len Jährn! noch vor kkivLmci Tode unsicher, wodurchdie Handelschassk gehindert ward, welches den Rhein.Städten Anlaß gab den Rheinischen Bund zu schlief.sen,wo durch sie den Fürsten und Edelleuten, die ebendie Städte durch Raubercy und andere Gewaltthätig,keilen zu unterdrücken suchten, gewachsen seyn könten.r)Wiewohl dergleichen Bündnisse, darunter auch derHanseatische gehöret, welche die Städte damahls mireinander machten, nicht verhindern koutcn, daß sie sichnicht unkcr einandcr selbst bekrieget hätten»

Ale Richard aus Engclland, des Königes ivuänNIX line leres Sohn nach Deutschland kam, lag diejStadt Straßburg und der Bifthoff davon einander inden Haaren, auch gieng es sonst in Deutschland so

übel zu, daß er, weil niemand sein Ansehen resseÄirenwölke, beyzeiten wieder zurück nach Engelland kehre-te. s) ^b?ttOd!8V8 aber, König in Castilien, deneinige Fürsten gegen erwähleten, ist

nie nach Deutschland gekommen.

Vischöffe, Fürsten und Stände zauftten sich unter-einander herum , daß es ein Elend war, die Edelleuteaber legten sich insonderheit aufs Rauben, zumahl inden Provmtzien, wo keine, oder doch nicht mächtigeFürsten waren. Also ward der Adel in Schwabenund Francken bey der Gelegenheit sehr mächtig , unddie Menge der Reichs-Städte setzten sich damahlenin ihre Freyheit, r)

Um Thüringen rausste sich n^Licvx iui.vxi-klx vonMeisten, und nuniciLvx von Brabant das Rind zu-genahmck. Bey dieser Veranlassung daueren sich dieEdelleute feste Berg-Schlösser zu ihrer Sicherheit,welche nach mahlen zu Raub - Schlössern dienenmusten. u)

Überhaupt ward alles Tumults-weise und eigen-mächtig ohne Gesetze und Ordnung tractiret. Einerbefehdete, pfändete und beraubere den andern, nach-dem es ihm gut deuchteke. Von Reichs-Tagen undGcrichts-Stühlen war in Ermangelung eines Käy-serö nichts zu hören, x)

Hierbei- kan man nun leicht erachten, was das vorein Christenthum und vor einen verderblichen Zustandin Deutschland gegeben haben müsse. Daher weil derPabst gewahr ward, daß die Clerifty fast das meiste da-bey auszustehen hatte, so vermahneteerdie Churfürstensehr offt und nachdrücklich, sich wieder mit einem rech-ten Käystr zu versehen, sonst würde er bey ihrem Ver-zögern Gelegenheit nehmen, ihnen selbst einen Käyftrzu fttzew. 7) Dieses und die Noth, darein die Deut-schen Länder verfallen, bewogen endlich die siebe»;Ery-Aemter, welche nach und nach bey dem Reicheaufgekommen, daß sie sich zu Franckfurt versammle,ten, und den Grafen KVOOb?bIVbl von Habsburgdurch ihre Stimmen zum Käyftr ernenneken.

26. KVO 0 b?NV 8

»Lvxkvieeicvx

Käyftr Anno 127z. bis 1291. alt 7;. Jahr

Sein Vater war Li-exki-vx der slVeise, ein Grafvon Haböburg, welches Geschlecht unter dein Nah-men der Grafen von Windifth, Lomimm äs Virulo-nilft,, so ehedem eine treffliche Stadt in blelucns ge-weftn, schon zu der Römer Zeiten florirct haben soll,nachmahls aber den Tikul als Grafen von Altenburg,einem Schlosse an der Aar im Aergöw,gesühnt, bis sievon dem Schlosse Haböburg im Berner Lsnron denNahmen der Grafen von Haböburg angenommen, r)

Nach-

tu) I<jem ibistcm p. 70Z. ri) f!OI)k?KH)V8 ag »n, 12Z7-krrxment. bist. p. 91. eleLtionix IV. »pu<»

I.kilLdeil IV in prvclrvmo coä. rüplomar. p. 9 - v ) b»o»iiicbui kiiSurnu! Lkrnn. ^ußustenle. p))KI8IV8

»6 illvr snnor. p) L brnn. ttirs,uxien 5 e an. I 5 4. 4)

Lbron. mȧn. p> 245- r)

sn. 1255. I'sbuiae tcieäerix maßn! kUreosnü; sxu>I I.LILdlll 1V>1 l'om. 2.

«) Cvn,inu->kk,r Vk8kkk65d)818. r) Nn. v. ö 6 .81KVVIV8 in 8 >nrgßm-ire lurir kublici ciillcrr. 2 O. §. 9-u) 8 lfchkll)V 8 kKL^LItlLN-n 1247 . bittnr b-.Zraniorum 1 'burinx^se csp. 56 . x) Cbron. itikl-iuA. -ä an.! 260. krsßmenr. Iiist. p. 98, ^ Ibiclem.d.'V 8 in Usbiburxicis. conf. 10 . I VOOV- 8 CHOkt>!bL-ö» IVuzukisümss äomux Habrburzo - /Vuünscae pri-ma vrixinr.