6 Geschichte der Streitigkeiten
Edeßa mit den eutychianischen Handeln bey-nahe seit ihrem ersten Anfange gesezt gewesen,und die daher über diese selbst entstandene undmit großem Eifer unterhaltene Irrungen könnennicht eingesehen, nicht begriffen werden, ohneZuziehung der nestorianischen Geschichte. Ausdiesem allen fließet die Folgerung, daß man nichtUnrecht habe, die eutychianische Unruhen, alseine Fortsezung der nestorianischen anzusehen,und die erstere in der so natürlichen Verbindungmit der lezren'zu untersuchen, die verschiedenenDenkungsarten, die verschiedenen Arten desAusdrnks in der Lehre von der Person Christi,welche, des erzwnngenen Friedens unerachtet,zwischen den über NeßsrLmn veruneinigten Leh-rern herscheten, die Eifersucht derselben und dieAbsichten, die jeder Theil hatte, warum er st-und nicht anders redete, m was vor Bestimmun-gen und Nahmen der Begriffe jeder seine Or-thodoxie sezte, vor Augen zu haben, um einerichtige und gründliche Käntnis so wol der Streit-fragen, als der Begebenheiten in der cutt-chra-Nischen Geschichte zu erlangen. Hernach ha-ben wir gesucht, die Wichtigkeit und Brauch-barkeit der historischen Erkantnis dieser sämtli-chen Streitigkeit in ihr wahres Licht zu sezen, dieWichtigkeit, die durch die Menge und Mannig-faltigkeit der großen und unerwarteten Begeben-heiten in diesen Handeln entstehet, und die Wich-tigkeit, welche ihnen ihr Einfluß in die dogmati-sche und polemische Theologie der ältern, neuernund neuesten Zeiten verschaffet. Bey diesem
Stück