470 Geschichte der Streitigkeiten !
nach allen Umstanden gerechtfertiget, wie dennauch die Art, wie es gefallet worden, selbstvon den Ministem vor unrechtmäßig angesehenwurde.
IX. Der Artikel von der Bestimmung der in !Streit befangenen Religionsfrage ist allezeit ^auch historisch noch sehr geheimnisvoll. Nichtsweniger, als Einigkeit herrschte unter den Bi-schoffm. So viel glauben wir, daß die Begristfe und Lehrsäze selbst sehr wenig im Zweifel wa-ren Altern da nicht ihre dogmatische, sondernihre polemische Seite eigentlich in Betrachtungkam, und nicht blos das Verlangen, die Wahr-heit klar, bestimmt und vollständig vorzutragen,sondern auch zu widersprechen und durch bestimm-te Formeln sich von denen, welchen man wider-sprechen wolte, zu unterscheiden, die Gemütherbeherrschte, so war es ker» Wunder, daß Unei-nigkeit entstanden Darinnen war man einig,daß Neftorms und daß Eutyches geirret; aberauch weiter nickt. Und nun entstanden drehParrheien: die erste verlangte, dem Emyclstso zu widersprechen, daß man ja nicht im geringesten vom Widerspruch des Cyrilli gegen Nest»-rtum, oder kürzer, von deßeu AnathemaLis-mis abwiche. Dieses war die Quelle des Ei-fers gegen Thcodoretmn, gegen Jbam, undeine Forderung, die ganz unmöglich war, ohnedie meisten Morgenländer zu beleidigen, undsehr unbillig, weil der zwischen Cyrillo und denMorgenländern geschloßene Friede es nicht ver>stattete. Diese Parthei fiel daher völlig durch,