104 Harfe
sehr alt, und unter den Saitenspielen das älteste, dasaber wahrscheinlich anstatt der Saiten, anfangs mitThierhaaren bezogen gewesen ist. Nach der Mei-nung der AuSleger soll dies dasjenige Instrument seyn,welches Luther i. Sa m. ro, 5. Ies. 5, 12. PsalmZZ, 2. durch Psalter (s. diesen) übersetzt hat, und daßnach der letzkern Stelle ic> Saiten hatte. Es wurdenach 2. Sam. 6, Z. aus Cypressenholz, u-id nach1. Kön. 10, 12. und 2 Chron. 9, 11. auch aus
Sandelholz verfertigt. — Die Harfe, die Davidgespielt hat, war eine Cither (s. diese ) — Unsre seist,ge Harfe soll aus dem Trigonon, oder der dreyeckigenHarfe der Griechen entstanden seyn. Nach andern soll sie ausder Lyra (s. diese) entsprungen, und nur eine Vergrö-ßerung derselben seyn. — Wie die Harfe der altenDeutschen beschaffen gewesen seyn möge, ist unbe-kannt, wie wir denn von den musikalischen Instrumen-ten unsrer Vorfahren überhaupt fast nichts, als einigeNamen wissen. Venantius Fortunatus , ein Ita-liener im VI. Jahrhunderte, sagt: die Harfe sey dasInstrument gewesen, womit die Deutschen ihre Gesängebegleitet hätten. Wenigstens haben sie dies Instrumentmit in die römischen Provinzen gebracht. Von dem In-strumente, von welchem die alten Gallier einen ähn-lichen Gebrauch gemacht haben, sagt Diodor vonSicilien, der zu den Zeiten Cäsars und Augustslebte, daß sie der Lyra ähnlich gewesen sey. NachFortunatus sang der Römer seine Loblieder mit derLyra, der Barbar mit der Harfe. — Diese Harfe,sie möge nun beschaffen gewesen seyn, wie sie wolle,hält man 'für dasjenige Instrument, dessen sich die galli-schen, folglich auch die deutschen Barden bedient habensollen. Bei den Lateinern wurde sie gewöhnlich /Ntstsrs