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Zweiter Band.
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Hebräische Dichtkunst

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Hebräische Dichtkunst. Wahrscheinlich gab eS schonvor Moses Dichter» wie denn selbst die ersten Kapitelder Genesis bis auf Abrahams Geschichte, Fragmentezweyer uralten historischen Gedichte sind. Indessen ist erdoch den Hebräern das, was Homer den Griechin war,ihr erhabenster Dichter und classischer Schriftstester. DerSchreibart nach gehört auch das Buch Hiob in die äl-testen Zeiten. Es ist ein didaktisch-episches Gedicht.Bon Moses an, bis auf Samuel war die Poesie krie-gcrisch. Zur Zeit dieses Reformators gingen aus denDichterschulen einfache Nalurdichter hervor, deren Liederwahrscheinlich nur dem Gedächtniß anvertrauet wurden,und nicht auf uns gekommen sind. Das wahre goldneZeitalter der hebräischen Dichtkunst fällt in die Regie-rungen Davids und Salomos . Jener verwandeltedie natürliche Dichtkunst in Tempelpoeste, machte denGottesdienst feierlicher, uud dichtete zu dieser AbsichtLieder, die auswendig gelernt und häufig nachgeahmtwurden. Die lyrischen Gesänge, die man Psalmennennt, rühren größtentheils von ihm, oder aus seinemZeitalter her; es sind auch Elegien darunter. Mit Sa-lomos Regierung sing der Luxus an zu herrschen, unddie Dichtkunst üppig zu werden. Sein hohes Lirdgehört zur erotischen Poesie; die Sprüchwörkersind vermuthlich nur zum Theil von ihm, meistens vonspätern Dichtern; der sogenannte Prediger ist nichtvon ihm, sondern von einem weit spätern Schriftstellerverfaßt worden. Die hebräische Dichtkunst blieb in ihrerSprache zu den Zeiten der Propheten, unter denensich Jesaias, Jeremias und Amos auszeichnen.Die Fabel scheinen die Hebräer frühzeitig cultivirt zuhaben; aber an das eigentliche Drama haben sie sichnie gewagt. Meusrl Leitf. I, 277. f.