124
Hering
Hering. Gemeiniglich behauptet man, daß der Flämin»ger, Wilhelm Beukelzoon, der von einigen auchJohann Beukelom, Wilhelm BeukelS, oderBeukelsen, Belkinson, Bökel, Beukelt ge.nannt wird, und der 1447. nach andern 1474 zuBiervlied in Flandern begraben wurde, das Einsalzender Heringe 1Z74, oder rzg6, oder 1597, oder 1416entweder erfunden oder doch allgemeiner eingeführt habe.Aber die Kunst ist viel älter; denn Nachrichten von ein-gesalzenen Heringen findet man schon in den Jahren126Ü, 1270 1275. Auch im Jahre 1262 findet sichdas Einsalzen der Heringe schon in der Mark, und imJahre 1270 in Pommern . In England war diese Kunstbereits 127z bekannt. Indessen war das Einsalzen derHeringe damals nicht allgemein. An einigen Orten trock-nete man sie, und im XV. Jahrhundert wurden sie inDeutschland an mehrern Orten, wie es noch jetzt dieSchweden thun, ausgekocht. Auch das Räuchern derHeringe, oder die Zubereitung der Bücklinge oderBücklinge kann Beukels nicht erfunden haben, daschon lange vor ihm Fische in der Mark geräuchert wur-den. Wahrscheinlich ist es, daß Beukels, die Kunst,Heringe einzusalzen, nur nach Flandern gebracht, daer sie von einem andern erlernt hatte, und hierüber denHolländern noch besondere Vortheile gezeigt habe, ohnedaß man ihn deswegen zum Erfinder des EinsalzenSüberhaupt machen könne. UebrigenS liefen schon imXI. Jahrhundert die holländischen Böte aus den Herings-sang aus; und ein holländischer Schiffer, Namen-Stephens, soll zu den Holländern übergegangen seyn,und ihnen das Geheimniß des Heringesangs bekannt ge-macht haben. Im Jahre 1124 kostete in Pommern einganzer Wagen voll frische Heringe Einen Denar, im