Band 
Zweiter Band.
Seite
172
JPEG-Download
 

1/2

Idylle

denen historischen Psalmen, als: der 78ste» io-;te undloSte werden dahin gerechnet. Insbesondere hat derizöste Psalm die größte Ähnlichkeit mit einer griechischenIdylle. — Der Eisiader des Schäfergedichts soll Daph-nis, ein sicilianischer Schäfer, gewesen seyn. Sicilienhätte also den Ruhm, daß das Schäfergedicht darin sei«nrn Anfang genommen hat. Einige hallen jedoch denStesichorus (eigentlich Tisias), der zu Himera in Sicilien, gegen die Z7ste Olympiade geboren war»für den ersten Dichter dieser Art. Nach ihm standTheocrit aus Syrakus auf» der gegen die rzo- Olym-piade lebte, und der Schäferpoesie eine Vollkommenheitgab, die sie vorher nie gehabt hatte. Virgil hat sichdarnach gebildet. Moschus hat nach ,hm. um dieizüste Olympiade gelebt. Seine noch vorhandenen Idyl-len übertreffen jene deS Theokrits. Ein Zeitgenosse venMoschus war Bion aus Jonien. Pope hat bei denEngländern den Virgil nachgeahmt. — Won denPortugiesen wird Franz Rodriguez Lobo, derim XVI. Jahrh, lebte, für einen ihrer größten Idyllen«dichter gehalten. — Unter den Franzosen führte schonPeter de Ronsard (geb. 1525. gest. 1555.) die Schä-ferpoesie ein. — Die ersten eigentlichen deutschenIdyllen verfertigte zwar schon Ge. Rud. Weckher«lin (um 1600). aber noch in einer harten und unge«lenken Sprache, und voll einförmiger gemeiner Liebes-unlerhaltungen. Opitz (geb. 1579. gest. 1639 ) bliebhei seinen Hirtsnliedern gar nur bei dem Namen undder Außenseite des Hirtenstandes stehen, ohne ihn inseiner eigenthümlichen Empsindungweise und Sprachedarzustellen. In der Folge verfehlten Hosmanns'wal-dau (geo. 1617. gest. 1679.), Christian Wernike(sonst ein Reformator der Poesie, geb. um iü6c>. gest.