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Kranken- und Sterbegesang
ten heiligen, oft weit entlegenen Oertern, Mode wur-den, da es denn den Reisenden unterwegs an nöthiger-Versorgung fehlte, und auch an Kranken kein Mangelwar, zumal da die Unbequemlichkeiten der Reise durchmancherley Ausschweifungen, der Gesundheit noch ge-fährlicher gemacht wurden. Am nothwendigsten warendir Hospitäler in solchen wüsten Gegenden, in welchennicht einmal menschliche WohnunPn zu erwarten waren.Pabst Hadrian I. empfahl die aus den Alpen erbau«.-len Hospitäler Carl dem Großen; und Ludwig II.ließ im Jahre 855 die aus den Gebirgen angelegten Ho-spitäler visitiren und ausbessern. Noch jetzt sind vonmanchen Ueberbleibsel vorhanden. Inzwischen waren wohlolle die ältesten Hospitäler nicht eigentlich für Kranke,sondern vielmehr für gesunde Reisende errichtet, undHospitäler im heutigen Verstände, d. i., solche, wel-che ausschließlich für Kranke bestimmt sind, scheinennicht vor dem XI. Jahrhundert vorzukommen. Lan-francus, welcher 1070 Erzbischof zu Canterbury war,legte daselbst ein Hospital an, und richtete es so ein,daß ein Theil kranken Männern, der andere krankenWeibern bestimmt ward. Höchst wahrscheinlich hat erdiese Einrichtung nach dem Beispiele, welches er in sei-nem Vaterlande, in Italien , gesehen Haltes gemacht.Nach jenem Jahrhunderte wird in mehrern Ländern ähn-licher Krankenanstalten erwähnt. Beckm. Ecf. V. 407.s. Hospital.
Kranken- und Sterbegesang. Eine sonderbare, !aber sehr leidige Erfindung der Geistlichkeit, schon lange !vor Carls des Großen Zeiten, daß, wenn ein Kran»ker mit dem Tode rang, und wenig Hoffnung zu seinerGenesung übrig war, die Geistlichem vor sein Sterbebettekamen, und ihm so lange Lieder vorsangen, bis er sei»