3o6
Kutsche
nedictus Victorius, Pros. der Arzneywissenschastzu Padua und Bologna (geb. igzü.) 155» behauptet.—Girtanner Abhandl. üb. d. vener. Krankh. II. 42.45- 9i.
Kutsche. Kaiser, Könige und Fürsten haben am EndedeS XV. Jahrhunderts angefangen, sich aus Reisen, undhernach auch bei Feierlichkeiten, der bedeckten Wagen zubedienen. Im Jahre 1474 kam Kaiser Friedrich III ineinem behangenen Wagen nach Frankfurt . Als Mast,gras Joh. Sigismund 1594 zu Warschau die Huldi-gung wegen Preußen leistete, hakte er in seinem Gefolge36 Kutschen mit 6 Pferden. Bei dem Einzüge des Kar-dinals von Dietripstein zu Wien , fuhren diesem40 Kutschwagen entgegen. AIS des Kaisers MatthiasGemahlin 1611 ihren Einzug zur Vermählung hielt,fuhr sie in einem, mit wohlriechendem Leder überzoge-nen Wagen. Die Jnfantin von Spanien , Maria,Gemahlin deS nachmaligen Kaisers Ferdinand III. fuhr r6zr in Kärnthen, in einem gläsernen Wagen,darin nicht mehr, als 2 Personen sitzen konnten. DerBrautiv'agen der ersten Gemahlin des Kaisers Leopold,einer spanischen Prinzessin, kostete, mit dem Pferdege-schirr, Z8000 Gulden. Die Kaiserlichen Kutschen wa-ren über und über mit rothem Juchten und schwarzenZwecken beschlagen. Sie hatten lederne Zugstränge» dieKutschen der kaiserlichen Hofdamen aber hatten nur Strik-ke. Gold war am ganzen Werke nicht befindlich. AmHofe Herzogs Ernst August zu Hannover , waren schon1681 fünfzig vergoldete Carossen mit 6 Pferden. Daserstemal, daß bei einer Reichsfeyerlichkeit die Gesandtenin Kutschen erschienen sind, soll bei der zu Erfurt i6>zwegen der Jülichschen Sache gehaltenen kaiserlichen Com-mission gewesen seyn. Anfangs geschahe alles dieses zu