Limosinische Poesie
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und unterhaltende Wissenschaft) hieß, so war sie dochdir. Quelle, woraus die übrigen schöpften, und die ihrigeverbesserten. 'Im Xl. XII. u. XIII. Jahrhunderte, diedas goldne Zeitalter derselben ausmachen, fanden sichviele vortreffliche Dichter, die sich ihrer bedienten, unddie sich Trovatori , oder Lrobadore«, oder Trou-badours nannten. Es befanden sich darunter Könige,Fürsten , und andere regierende Herren. Den An-
fang der vollen Blüthe der Provenzaldichtkunst seht manin da« Jahr 1164, als Kaiser Friedrich I. den Gra-sen Rapmund Vereng ar III. mit Provence be-lehnte. Um jene Zeit wurden nicht nur alle Große die-ses Landes, Könige, Herzöge und Grasen, von derSüßigkeit des Provenzalgesanges begeistert, sondern auchdie ersten Fürsten des Auslandes, wie der eben erwähnteKaiser, der englische König Richard Löwenherz , undder ganze Adel von Italien . Sein Verfall erfolgte nach128z, nach dem Tode seiner letzten Beschützerin, derKönigin von Neapel und Sicilien, und Gräfin vonProvence, Johanne I., aus dem Hause der Königevon Frankreich . — In Eatalonien und Acragonien wa-ren die limosinischen Trovadoren von i>6-> bis 147g ge-ehrt, und aufgemuntert von ihren Königen und andernGroßen Arragoniens, und so lange dauerte die Blütheihrer Possie. Zu ihrer Erhaltung stiftete Johann I.im Jahre izyo zu Barcellona eine eigne poetische Aka-demie (rls Ka)'s Lisnsia), nach dem Muster der zuToulouse 1324 errichteten ^ssäsnaie äs Isux kleuraux.Ferdinand I. führte sogar um 1410 die limosinifcheSprache bei allen öffentlichen Verhandlungen ein, wel-ches ihr einen neuen Schwung versprechen konnte; aberes war zu spät, der Geist der Zeit verlangte keine