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die durch Fasten und Trauern abgemergelten Mensche»wieder zu erfreuen. Der Ursprung dieser Einrichtungfällt in die Zeiten, da bei den Geistlichen die Unwissen-heit so groß war, daß sie nichts gründliches vorzutragenwußten, und doch gleichwohl Beifall beim Volke habenwollten.- - Diese,Zeiten waren insonderheit von 640 bisFoo, imgl. das X. Jahrh. Am meisten aber mag dieserGebrauch wohl zu der Zeit mit aufgekommen seyn, als-man zu Ende des XII. Jahrh, in vielen Kirchen, sogarder Narrheit zu Ehren, Feierlichkeiten einführte, (s. Nar-renfest, Eselssest, Geistliche Schauspiele) loti. 6-skr.Viel äs ssunls Hisus PusoUalis. tüdsrrin. 1746. —V. E. Löscher Anm. a. d. Kirchenhist. 62. — Meh-lig Kirch. u. K-tz. L«x. II. 269.
Osterwafse r. Der Aberglaube, der damit getrieben wird,und, zur Schande des gesunden Menschenverstandes, nochfetzt fast überall statt findet, ist sehr alt. Schon zuChrysostomus Zeiten, der im IV. Jahrh, lebte, waretwas, dem Osterwasserholen ähnliches, im Gebrauche,da man nämlich zur Mitternacht an dem Tage, anwelchem Christus getauft worden, auch Wasser aus-derKirche nach Haus trug, das einige Jahre unverdorbenblieb, welches aber bei allen Wassern, wenn sonst die ge-hörigen physikalischen Umstände concurriren, der Fast ist,ohne daß solches stillschweigend, und gerade in dieserNacht geholt wird. — Mehlig Kirch. u. Kitz. Lex.II. 27t.
Dsteologie. Wer sich zuerst mit diesem Zweige derAnatomie beschäftigt haben mag, weiß ich nicht. Soviel ist aber gewiß, daß im XVI. Jahrh. Andr. Vesa»lius (geb. —, gestorben vor Hunger, und Elend amIZ. Oct. 1564), Barth. Eustachf (gest. 1570) undinsonderheit G ab r. F.alloppia (geb. 152z, gest. 1562),große Verdienste dar»m haben, letzterer auch zuerst aus