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Vierter Band.
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Stolgebühren

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Geistlichen mit gerechnet wurde», zu denken und sah«sie nun im eigentlichen Verstände als Opfer an, dieGott dem Herrn dargebracht wurden, woraus denn garbald die Wendung entstand, daß alle dergleichen OpferGottes, Sporteln seiner Priester waren, undausschließlich ihrem Unterhalte gewidmet seyn müß-ten, und nunmehro mußten denn auch Arme, die vor-hin nichts gegeben hatten, sich ebenfalls, wenigsten-mit Etwas, zu diesen Opfern einsinden. Indessen wa,ren jene Gaben noch immer eine Zeitlang freywilligeOpfer; doch scheinen schon zu Hieronymus Zeiten,(geb. um Z40. gest. 420) Beispiele vorhanden gewesenzu seyn, daß Geistliche solche nicht mehr in dieser Qua-lität, sondern als Gebühren angesehen haben» diesie von den Armen geradezu forderten, von denReichen aber als einen Ehrenpunkt erwarteten, damitdiese sich bei Entrichtung derselben desto mehr angreifenmögten. Zu Ende des V. und im V!. Jahrhundertewar es aber bereits dahin gekommtn, daß die Geistli-chen bei Taufhandlungen, rc. nicht nur Taxenvorschrieben, sondern auch den Armen, die für dieLaufe ihrer Kinder nicht sogleich bezahlen konnten, mitGewalt ein Unterpfand wegnahmen, bis sieihre Gebühren erlegt hatten. — Dies ist der Ursprungder Stolgebühren. Die noch heut zu Tage üblicheBenennung dergleichen Erlegnisse, rührt von der 8wla,oder dem Meßgewands her, worin die Priester in den älte-sten Zeiten ihr Amt verrichteten; da denn gewisse Ab-gaben, welche bezahlt werden mußten, wenn die Prie-ster die 8wla angezogen hatten, iura Ltolss genanntwurden. Oefters wird auch das Wort Stola fürdas Pfarr- oder Kirchenamt selbst genommen; da dennder Begriff von iura Ztolao noch einleuchtender ist. —