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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
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118
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Vennlin: das eine umfaßte Lenzburg Stadt und Land, dasandere, genannt Zvfingen-Vennlin, wurde gebildet von Zo-fingen, Aarburg , Aarau , Brugg , Schenkenberg, Königsfelden ,Biberstein . Um 1628 verschmolz man die gesamte beimischeJirfanterie in sechs Regimenter, deren zweites das Untereaargauische war, und 1651 formierte man endlich aus den zudiesen Regimentern gehörenden verschiedenen Fahnen eine be-stimmte Anzahl von Kompagnien ; das unteraargauische Regi-ment hatte demnach 10 Kompagnien mit 2000 Gemeinen. DieKompagnie von 200 Mann bestand aus 120 Musketierern,30 Harnischen, 30 bloßen Spießen und 20 Hellebarden. Siewurde befehligt von einem Hauptmann. Außerdem hatte jedeKompagnie einen Leutnant, einen Fähnrich, drei Sergeanten,3 Unteroffiziere, 6 Korporale, 6 Gefreite (die Rottenmeister hatteman kurz vorher abgeschafft). Neben dem ersten Auszuge hatteman stets ein zweites und drittes Aufgebot. Die Reitereirekrutierte Bern aus dein Waadtland oder warb Söldner undFreiwillige an. So organisiert zog die aargauische Miliz inder: ersten Villmergerkrieg.

Der Erfolg der innern Kantone in diesem Kampfe hattefür einige Feit die Wirkung, daß der hauptsächlichen Bewaff-nung der Sieger, dem Spieß und der Hellebarde, erneute Wichtig-keit beigelegt wurde. Man verordnete, daß die Kompagniekünftig zur Hälfte mit Musketen, zur Hälfte mit Piken von18 Fuß Länge versehen sein müsse. Doch mußte der Spieß an-fangs des 18 . Jahrhunderts dem verbesserten Gewehre, derFlinte" (Flint Feuerstein ) weichen. Die Hellebarde wurdezum Spontan umgestaltet, den nur Offiziere und Unteroffizieremehr führten. Die Pike fand Ersatz im Bajonnett, das 1685bei uns zuerst erwähnt wird. 1710 sollte die Mannschaft desUnteraargaus vom Korporal abwärts nur zweilötige Flintenmit zwei Pfund Pulver und vier Pfund Blei führen. Eine Zeitlang steckte man das Bajonnett in das Rohr dieser Flinten, von1707 an war die Befestigung mit der Hülse durchgeführt undbald ersetzte der eiserne Ladstock den zerbrechlichen hölzernen. .