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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
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Mit der Aufnahme des Gewehres fielen nun auch die Har-nische weg und es machte sich das Bedürfnis einer einheitlichenKleidung, einer Uniform, geltend. Aber erst 1707 hatten diedeutschen Bernertruppen ihre Uniform, die welschen noch später,Sie bestand aus einem dunkelgrauen Rock mit roten Aufschlügen,roten Strümpfen, einem breiten Hut und einem schwarzen Hals-tuch. Schnitt wie Farbe dieser Uniform haben in der Folgezeitbedeutende Wandlungen durchgemacht.

Für die Ausbildung der Soldaten hatte jedes Dorf einenTrüllmeister, der die waffenfähige Mannschaft zu geeignetenZeiten, etwa Sonntags nach dem Gottesdienste, zur InstruktionZusammenzog, Die Oberaufsicht über diese Übungen besorgteje für ein bestimmtes Gebiet der Landes- oder Trüllmajor,

Mit der Zeit erlitt die Organisation des berauschen Heeresnoch mancherlei Änderungen: die Regimenter wurden in vierBataillone zu vier Kompagnien eingeteilt. Bei der Infanterieunterschied man Grenadiere, Füsiliere und Musketiere, Scharf-schützen und Jäger, 1780 änderte man auch die Namen derRegimenter: es gab nun unter den oberaarganischen Regimenternein Regiment Aarburg ; die unteraargauischen hießen: 1, Aarau und Brugg , 2. Lenzburg , 3. Zosingen, welche Benennungen alsoauch beim Umsturz der alten Eidgenossenschaft Bestand hatten.

Grafschaft Baden und die F-reiämter hatten keine straffemilitärische Organisation, Auch die Kontingente der einzelnenOrtschaften waren nicht festgesetzt. Die Wichtigkeit des Anlasses,für den das militärische Aufgebot erging, entschied über ihreStärke, Von den Aufgeboten der Grafschaft stellte die StadtBaden von altersher einen Dritteil; sie ernannte den Haupt-mann, den Fähnrich und den Schreiber, indessen die LandschaftdenLütiner" (Leutnant) und den Fourier stellte. Das eid-genössische Defensionale von 1668, das für jeden Ort die zuden drei Aufgeboten des eidgenössischen Heeres zu stellende Mann-schaft bestimmte, überband der Grafschaft Baden 200 Mann,