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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
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Nach dem eiligen Rückzüge der Franzosen , anfangs Juni, ver-wandelten sich die Ufer der untern Aare und Limmat in Kriegs-lager. Unter der militärischen Besetzung litt das Land und seineBevölkerung unsäglich. Die Franzosen , die zu taufenden an derAare und im Fricktal standen, kümmerten sich wenig um das Losder Leute; sie trieben ein, was sie brauchten, und ließen hinter sichNot und Elend. Etwas besser benahmen sich die Oesterreicher,welche bezahlten, was sie bezogen. Da aber die Bauern allesVieh, alle Pferde verkaufen mußten, da die Felder von denTruppenlagern besetzt waren, so fehlte ihnen die Möglichkeit,das Land zu bebauen, ihre Vorräte waren bald erschöpft undgroßer Mangel trat ein.

Die Niederlage der Franzosen hatte ihr System in der ganzenSchweiz erschüttert. Unter dem vermehrten Druck, der wegendes Krieges auch hinter den französischen Linien Handel undWandel stocken ließ, regten sich allenthalben die Franzosenfeinde;die Tage der Helvetik schienen gezählt. Auch die helvetischenBehörden fühlten sich in Luzern nicht mehr sicher, sondernfiedelten nach Bern über (anfangs Juni).

Da trat der Umschlag ein.

Infolge militärischer und politischer Überlegungen fandenim Laufe des Monats August bei den Heeren beider Parteiengroße Truppenverschiebungen statt. Ein russisches Heer unterKorsakow aus Süddeutschland und eines unter Suwarow inItalien sollten die in der Schweiz stehenden österreichischenTruppen des Erzherzogs Karl ablösen, indessen dieser den Be-fehl erhielt, an den mittlern Rhein abzumarschieren.

Aber auch Massena hatte Veränderungen vorgenommen,indem er seinen rechten Flügel zu ungunsten des linken imAargau verstärkte. Angesichts dieser Vorkommnisse beschloßErzherzog Karl , vor seinem Abmärsche die untere Aare inseine Gewalt zu bringen und so die französische Aufstellungauseinander zu sprengen.