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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
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eS von andern Geistlichen und Weltlichen geschehen sein mag.Aber was tat das Kloster, vermittelst seiner Autorität, seinesEinflusses zur Verhütung der Anfügen? Sprach es laut undöffentlich seine Mißbilligung aus? Stand es entschieden da ausSeiten des Gesetzes und der hohen Landesobrigkeit? EinBlick, ein Wort im Gotteshaus gegeben, kann eben so leicht dasVerderblichste durch seine llnbehutsamkeit wirken, als anderseitsVerderbliches verhüten. Erinnern sie sich, wie inständig undim Interesse Ihrer ehrwürdigen Stiftung ich sie einst bat aufeinige dortige Geistliche einzuwirken, nicht Kanzel, nicht Beicht-stuhl und Hausbesuch zu mißbrauchen? Sie selbst damals ver-muteten von einigen Pfarrern dergleichen gefahrbringende Un-vorsichtigkeiten! Ich wiederhole diese Bitte heute noch mitderselben Innigkeit. Noch läßt sich vieles «dressieren. FolgenSie dem Rate eines Freundes, dem Rate, welcher mit Religion,Vernunft und Lebensklugheit in Einklang steht.

Nun zu etwas anderem, den Beitrag der Klöster betreffend,von dem Sie mir schreiben. Ich sehe eben, durch Vergleichungder Budgets, er ist von 20 auf 25000 Fr. im Vorschlag vonder Regierung erhöht. (Abt Adälbert hatte H. Zfchokke gebeten,im Großen Rate für Reduktion zu sprechen). Ich kenne dieGründe dazu noch nicht. Nachdem ich die Ökonomie der KlösterMuri , Hermetschwil und Gnadenthal kennen gelernt habe, mußich sagen, daß in letzterm allein die beste Verwaltung und Ord-nung besteht. Sie fehlt in Hermetschwil . Dort ist kein Mannvon Einsicht an der Spitze der Haushaltung, die Frauen könnennicht außer den Klostermauern selbst tätig sein. Muri , wie ichschon die Ehre hatte, Ihnen mündlich zu sagen, könnte seineEinnahmen bei zentralisierter, wohlgeregelter Administrationaußerordentlich erhöhen, wirklich reicher sein, als es ist. DenBeweis dafür zu leisten ist nicht schwer; Sie werden gewißmit mir übereinstimmen.

Ob diesmal im Großen Rate in Betreff des Budgets etwasgetan werden könne nach Ihrem Wunsche, weiß ich nicht. Ich