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überdies hauptsächlich die Luzerner Gesinnungsgenossen derFreischaren wohnten, zu beschießen, und ordnete daher, indemer den entscheidenden Angriff auf den folgenden Morgen ver-schob, den Bezug der Lagerplätze an. Doch in der herrschen-den Dunkelheit brachte diese Anordnung Verwirrung und Miß-verständnis in die Massen, es begann ein regelloser Rückzug,der erst bei Littau wieder zum Stehen gebracht werden konnte.Jetzt entschloß sich Ochsenbein, in einer Stellung rückwärts beiSchachen im Entlebuch den Morgen abzuwarten. Man marschierteab. ließ aber die vorgeschobenen Truppen in Unkenntnis dessen,was geschehen sollte.
Als nun die rückmarschierenden Abteilungen das DorfMalters nach Mitternacht passierten, wurden sie plötzlich in derEnge des Dorfes von allen Seiten mit Gewehrfeuer überfallen.Es war ein entsetzlicher Augenblick. In der Dorfgasse zu-sammengekeilt, beleuchtet durch eine Straßenlaterne, waren dieFreischaren dem Blei ihrer im Dunkeln verborgenen Feindepreisgegeben, ohne sich wehren zu können. Als die Sonne aus-ging, erkannten sie, daß ihre Sache verloren war. Etwa60 Tote und Verwundete bedeckten den Boden, 4—500 Ge-fangene mit 8 Geschützen fielen den Luzernern in die Hände;die übrigen waren entkommen, doch wurden viele von ihnendurch den aufgebotenen Landsturm aufgegriffen.
Auf der andern Seite der Emme war die Kolonne desMajors Billo in wachsende Besorgnis geraten, da sie von ihrenGenossen nichts erfuhr. Schließlich — es ging gegen denMorgen — trat sie den Heimmarsch an, überwand bei Buttis-holz ein Bataillon Luzerner , das den Weg sperrte, und kam,sonst unbehelligt, auf Aargauer Boden an.
Das aargauische Gewerbemuseum bewahrt eine Fahne auf,welche die Liberalen von Triengen den aargauischen Freischarengeschenkt hatten, und die von diesen glücklich wieder zurück-gebracht worden war.