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König ein, der Friede blieb gewahrt und die letzten unsrerTruppen kehrten anfangs Februar in ihre Heimat zurück. —
Die Stürme der Vierziger Jahre hatten die Gesetzgebungunseres Kantons zum Stillstand gezwungen, vieles war jetztnachzuholen und die neue Verfassung stellte wieder neue Auf-gaben, welche nun auch frisch an die Hand genommen wurden.Von den Lenkern des Staates, die wahrend der Vierziger Jahredas Schifflein gesteuert hatten, waren die meisten nicht mehrda: Frey-Heross war Mitglied des Bundesrates, in welcherStellung er bis 1866 blieb, Waller hatte sich 1850 ins Privat-leben zurückgezogen und stand den Rheinfelder Salinen bis1875 vor, Wieland hatte 1852 ein jäher Tod aus reicherWirksamkeit abberufen, und Siegfried stand im Betriebe derSchweizerischen Zentralbahn, als deren Direktor er 1882 ge-storben ist.
Aber die neue Generation besaß auch wieder ihre tüchtigenMänner, die mit staatsmännischem Geschicke und großer Tat-kraft den Kanton leiteten. Seit 1848 saß in der RegierungSamuelSchwarz von Mülligen, früher Fürsprech in Brugg ,dessen verständiger, klarer Sinn, dessen wahre und offene Bieder-keit ihn zu einer höchst beliebten, volkstümlichen Persönlichkeitmachten. Er fand auch als eidgenössischer Oberst in mannig-fachen besondern Missionen Verwendung. Wie Wieland, hatauch ihn ein plötzlicher Tod aus voller Tätigkeit herausgerissen.Das Jahr 1856 brachte einen der größten Söhne des KantonsAargau in die oberste Landesbehörde: Emil Welti von Zurzach ,der sich zuerst der Theologie hatte zuwenden wollen, bald aberzur Jurisprudenz übergegangen und 1847 Fürsprech in Zurzach ,1852 Gerichtspräsident seines Heimatbezirks geworden ist. ZehnJahre lang hat er in der Regierung gewirkt, seine Aufgabenmit durchdringender Verstandesschärfe erfassend, mit unerschütter-licher Mannhaftigkeit an der gewonnenen Einsicht festhaltend,das Muster eines Menschen und eines Dieners seines Vater-landes. 1866 trat er als Nachfolger Freh-Heroses in den