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Große Rat zwei Standesvertreter; beides ist bis auf denheutigen Tag gleich geblieben. —
Den großen Bewegungen der vergangenen Jahrzehnte, welchenoch ein Nachspiel in den Verfassungskämpfen von 1850—52fanden, folgten nun einige Jahre der Ruhe und der Samm-lung. 1853 feierte der Kanton ganz in der Stille das erstehalbe Jahrhundert feines Bestehens. Dagegen wurde mit dergesamten übrigen Schweiz auch unser Kanton durch den Kriegs-lärm aufgeschreckt, der sich 1856 wegen der Neuenburger Revolution erhob und anfangs 1857 zum tatsächlichen Kriegemit Preußen zu fuhren drohte. Einmütig und mit Begeisterunghielt der Aargau zur eidgenössischen Fahne. Nachdem schon einaargauisches Bataillon (Nr. 15) etwa zwei Monate lang sichbei der Okkupation des Kantons Neuenburg durch eidgenössischeTruppen beteiligt hatte, erfolgte um die Jahreswende das großeTruppenausgebot unter General Dufour zur Verteidigung derschweizerischen Rechtsansprüche. Die gesamte aargauische Mann-schaft wurde teils einberufen, teils aus Piket gestellt. Außerdembildeten sich in den einzelnen Bezirken Schützen- und Schanz-arbeiterkorps, und zahlreiche, aus der Dienstpflicht entlasseneOffiziere boten der Regierung ihren Degen an. Widerum findensich einige Aargauer Offiziere an hervorragenden Posten: OberstFreh-Herosa war Chef des Generalstabs, Oberst Frey von BruggGeneraladsutant, Oberst Fischer von Reinach befehligte die Ar-tillerie, Oberst David Zimmerst die VIII. Division, Oberst Fr. Sieg-fried eine Brigade. Der Ausmarsch der eidgenössischen Armeean der Rheingrenze brachte größere Truppenkorps in denKanton Aargau und verwandelte auf eine Zeit seinen nördlichenTeil in ein Kriegslager: die IV. Division unter Oberst Kurzvon Bern stand am Rheine von Rheinfelden bis zur Aare undhatte ihr Hauptquartier in Frick , die I. Division unter OberstVeillon von Lausanne mit dem linken Flügel im Bezirke Zurzach ;bei Rheinfelden wurden Feldschanzen errichtet, im Kloster Muri etablierte man ein Hauptspital. Glücklicherweise lenkte Preußens