242
wo sie sowohl nach Prunella, als nach dem Heuthal und Livigno übersetzen. DieseStellen sind zugleich die beiden Knotenpunkte der Erhebung.
3. Die krystallinischen Schiefer sind grösstentheils metamorphische Gesteine,wenn man etwa manche granitartige Gneisse ausnimmt; die Casannaschiefernamentlich vertreten die paläozoischen Formationen, und sind dazu auch noch.d.ie grünen Schiefer zu ziehen, die an der Pischa und im Languardthal die Grenzegegen die Berninamasse bilden.
4. Die Casannaschiefer des Languardgebirgs hängen mit denen des Casanna-passes und über Livigno mit denen von Bormio zusammen.
5. Eigentlicher Verrucano (d. h. rothes Conglomerat und Sandstein) ist selten,meist vertreten allerlei Quarzite und gelbe Schiefer dessen Stelle.
6. Die Kalkbildungen der Trias kommen zwar alle vor, aber in sehr ungleicherEntwickelung. Das bedeutendste Glied an Masse und räumlicher Verbreitungist Hauptdolomit. Die Kössner Schichten bilden, wo sie Vorkommen, darin Mulden.Dachsteinkalk scheint damit zu verschmelzen, kommt wenigstens nirgends rechtnachweislich als abgesondertes Glied vor. — Lias findet sich im Heuthal und ander Nordgrenze.
7. Die Schichtenstellung wechselt bedeutend. An der Süd- und Nordgrenzeist das Streichen im Ganzen WO, im Süden herrscht Fallen gegen N und NO, imNorden nach Süd vor, beiderseits fallen auch die Concavitäten der Sedimentmuldenso ein. In den Mittelgliedern finden wir meist meridianes Streichen, Fallen nachW an der westlichen, nach N und NO an der Ostgrenze. Dadurch entstehenzweierlei Richtungen der Hebungswellen, die sich gelegentlich kreuzen und man-cherlei Abnormitäten hervorbringen. Die west-östliche Richtung des Streichensstammt von der grösseren und allgemeineren Erhebung des Berninagebirgs, dieandere ist local und gehört dem Languardgebirg selbst an.
Im Allgemeinen erkennen wir in dem Ganzen einen unvollkommenen, inseiner Entwickelung gestörten Fächer.
VIII. Das Albigna-Disgraziagebirg.
Südwestlich von der Berninamasse erhebt sich als deren Fortsetzung, aberdennoch als eigne Centralmasse wohl davon abgegliedert, ein mächtiger graniti-scher Gebirgsstock, der als Kernmasse ein noch ausgedehnteres Bergrevier be-herrscht, welches sich zwischen Maira, Adda, Malero und Ordlegna ausbreitet.
4
I