Erste» Kuek.
Von der Eroberung des Thurgaus bis zumSchwabenkrieg.
1. Neue Zerwürfnisse zwischen den Eidgenossen und Oesterreich.
Von dem Erfolg ihres übermüthigen Streiches gegen Constanz berauscht, wagten die heimkehrenden Waldstätter einen noch größerengegen die Herrschaft Oesterreich . Ihr Nachtlager nahmen sie in Rappers-wil, wo die Bürger in Parteien zerfallen waren; die einen, Christengenannt, hielten zu Oesterreich ; die andern, die man Türken schalt,trachteten nach einer Verbindung mit den Eidgenossen; für sie nahmendie letztem Partei; es wurde denselben freundschaftliches „Aufsehen"(Vorsorgen zum Schutze) zugesichert; deshalb, berichtet der Klingen-berger, verließen etliche der Besten die Stadt und kamen zum HerzogSigmund, der dazumal an der Etsch seßhaft war (S. 355).
Rapperswil mußte nun gewärtigen, daß Sigmund Anstaltentreffen werde, die abtrünnigen Bürger mit Gewalt wieder zum Ge-horsam zu bringen. Aber nicht nur sie kamen in Betracht; denn dieEntreißung der Stadt war ein augenfälliger Bruch des Friedens.Zudem fehlte es nicht an weiteren Vorgängen, welche die Parteienverbitterten. Voraus ist zu erinnern an die früher (I. B., S. 813)erzählte Verpfändung zahlreicher Herrschaften für die Gemahlin Sig-munds*); da dieselben den Eidgenossen nahe lagen oder schon in ihremBesitze waren, und König Karl VII. von Frankreich für die daraufgeschlagene Rente von 10,000 Gulden Bürgschaft leisten sollte, so
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