ßrster Mchnitt.
Die Rwolutii» und ihre Folge».
1. Die Revolution und die Befreiung der Thurgauer (Januar bis März 1798).
Kaum war in Frankreich die Revolutionspartei zur Herrschaftgelangt, so richtete sie ihre Blicke auf die Nachbarländer, um auchdiese nach ihren Ideen umzugestalten. Die Schweiz wurde eben-falls mit einer Umwälzung bedroht, und im Laufe des von 1792 bis1797 dauernden Krieges der französischen Republik mit dem deutschenReich und andern Mächten bot sich öfter Anlaß zu Feindseligkeiten,denen die Schweizer Regierungen allerdings auszuweichen vermochten.Indem aber diese dabei ihre Uneinigkeit und Schwäche verriethen, reiztensie die französischen Machthaber, die nach Eroberungen oder fremdenGeldmitteln trachten mußten, um ihr Ansehen behaupten zu können,mehr und mehr, einen Angriff vorzubereiten. Genf hatten sie schonim Herbst 1792 zu gewinnen versucht, und sie ruhten nicht, um esau Frankreich zu ketten; Mülhausen wurde durch drückende Maßregelnzum Anschluß gedrängt; ein Theil des Fürstbisthnms Basel war imMärz 1793 französisch geworden; auf Wallis richtete General Bonnpartevon Italien aus gefahrdrohende Blicke. Endlich lockten die Staats-schätze einiger Kantone zu einem Feldzug gegen die „Aristokratie".
Ehe noch das französische „Direktorium" des Friedens mit Oester-reich völlig sicher war, begann es an einem Bruche mit den Schweizernzu arbeiten. Es schickte den Agenten Mengaud (Sept. 1797) nach Basel ,der den Obrigkeiten die Ansprüche seiner Herren eröffnen und dieUnterthanen zum Aufruhr ermuntern sollte. In Paris betrieb FriedrichCäsar Laharpe von Rolle, den die Berner Regenten verfolgten, die Be-freiung der Waadt ; Ende November lockte das Direktorium einen An-hänger französischen Wesens, den Oberstzunftmeister Peter Ochs von
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