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Geschichte der Landgraffschaft Thurgau vom Uebergang an die Eidgenossen bis zur Befreiung im Jahre 1798 / von J.A. Pupikofer. Geschichte des Thurgaus von 1798-1830 / bearbeitet von G. Sulzberger
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Im Kriege gegen die V Orte hatte er sich gemäß der burgrechtlichewFreundschaft auf Zürichs Seite gestellt. Als ihm aber auf Betreibender V Orte das französische Jahrgeld entzogen wurde, besetzte er dieKaplaneipfründen zu Bürgten und Wärtbühl wieder mit katholischenPriestern, ohne jedoch seinen Vogtleuten im Besuche des evangelischenGottesdienstes der Pfarrkirchen Sulgen und Bußnang Hindernisse inden Weg zu legen. An letzterm Orte stellte er den frühern katholischenPfarrer, Propst Steiler, wieder an.

Obwohl Ulrich von Breiten-Landenberg auch in Wigoltingenund Märstetten die Messe wieder einzuführen suchte, beharrten dochbeide Gemeinden bei der evangelischen Konfession. In Wigoltingenwurde zwar ein Altarstein in die Kirche gesetzt; aber es waren keineKirchgenossen vorhanden, die der Messe begehrten. In Bezug aufMärstetten verweigerte Heinrich von Ulm, Herr zu Grießenberg, Kolla-tor der Schwarzenbergischen Kaplaneipfründe, die Anstellung eines Meß-Priesters. Möglicher Weise legte Junker Ulrich aus Rücksicht auf seineim Turbenthal, im Gebiete Zürichs , gelegenen Stammgüter auf diegestellten Forderungen weniger Gewicht, als nöthig gewesen wäre, umdamit durchzudrängen. Es wurde in jener Gemeinde der katholischeGottesdienst erst 1594, als das Kloster Kreuzlingen die Frühmeß-kaplanei erworben hatte, für ein paar Personen eingeführt und vonKreuzlingen aus hie und da versehen.

Dietrich Rif, genannt Weiter zu Blidegg, versuchte beim TodePfarrer Meiers in Sitterdorf die Messe wieder einzuführen (1541).Allein sein Bruder und Vorfahr, Friedrich, ein eifriger Gönner derReformation, hatte die Verwaltung der Pfrundgüter in die Händeder Kirchenpfleger gelegt, und da diese sich weigerten, zur Besoldungeines Priesters Beiträge zu leisten, so hatte das Unternehmen keinenErfolg, bis es (seit 1567) von dein Abt Othmar in St. Gallen be-trieben und den äbtischen Unterthanen in der Kirchgemeinde bei Strafeder Uebertritt befohlen wurde. Bis 1625 wurde aber der katholischeGottesdienst von Bischofszell aus versehen.

Ludwig von Helmsdorf zu Eppishausen , seit 1504 Herr vonZuckenriet und den dazu gehörigen Gerichten Gabris, Dietenwil u. s. w.,auch Kollator der Kirche Welfensberg , ließ diese 1534 durch einenkatholischen Priester von Wyl aus besorgen, ohne von den Kirch-genossen Widerspruch zu erfahren.