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Naturgeschichtliche Streifzüge / von Dr. P. Vogler (Professor an der St. Gallischen Kantonsschule) und Ch. Falkner (Lehrer an der Mädchenrealschule der Stadt St. Gallen)
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spaltet und die junge Brut entlassen; die Gallen sind dann braungeworden und eingetrocknet. Bald freilich werden wir wiederdie grünen Gallen erscheinen sehen. Es ist auffällig, in welchenMassen diese Gallen hier im Sitterwald und in unserer Umgebungüberhaupt Vorkommen.

Über den jungen Wald hinweg lassen wir unsern Blickwieder einmal ans gegenseitige Sitterufer hinüberschweifen. Dasehen wir dasSitterhüsli auf geneigtem, grünem Hang stehen,unmittelbar darüber die Böschung sich aber steil erheben. Es istder Gegensatz zwischen anstehendem Gestein und Schutthalde;die anstehenden Molassefelsen ertragen eben eine steile Böschung,während der leichter bewegliche Schutt sanftere Abhänge bildet.Das Material zur Bildung der Schutthalde wurde sowohl vonüberlagerndem Gletscherschutt als auch von dem leicht verwittern-den und abbröckelnden Molassegestein (Sandstein und Mergel)selbst geliefert.

In der Nähe des Weges erkennen wir leicht, daß wir es mitGletscherschutt zu tun haben. Überall finden wir im Lehmkleinere und größere Steine, vom nußgroßen bis zum mehrereKubikmeter großen Findling. Besonders reich an solchen ist dieStelle, wo der Weg zumHölzli nach rechts abzweigt. Fastals Wegweiser liegt dort ein großer Block aus Molassesandstein ein Denkmal, das sich der Rheingletscher bei seinem end-gültigen Rückzug aus unserer Gegend selbst gesetzt hat, in demsich wohl seit Jahren zahlreiche Spaziergängerverewigt haben.

Ein paar Schritte weiter zweigen wir links ab, talwärts, hin-ein in den alten Hochwald.

Wiederum überschreiten wir eine der hier so zahlreichenWasseradern; der Vergleich mit dem wasserarmen, trockenenSüdostabhang des Rosenberges drängt sich uns unwillkürlichauf. Woher dieser auffallende Gegensatz? Er erklärt sich ausder schon erwähnten Tatsache, daß die anstehenden Molasse-schichten sämtlich sitterwärts, also nach Nordwesten geneigt sind;das sich im überlagernden Gletscherschutt ansammelnde at-mosphärische Wasser muß daher zumeist auf den Schichtflächender Molasse sitterwärts abfließen.

Aus der Lagerung der Molasseschichten heraus erklärt sichauch die verschiedene Konfiguration der beiden Abhänge desRosenberges; die der Stadt zugekehrte Südostseite wird von denSchichtköpfen der Molasse gebildet und ist daher auffallend steil,während die den Sitterwald darstellende, von den Schichtflächen