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Naturgeschichtliche Streifzüge / von Dr. P. Vogler (Professor an der St. Gallischen Kantonsschule) und Ch. Falkner (Lehrer an der Mädchenrealschule der Stadt St. Gallen)
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Unterdessen ists Abend geworden; aber vom obern Endedes Moores grüßt eine eigentümlich dunkelgrüne Wiese herüber.Ists ein Kartoffelacker? Nein, dafür sind die Stauden zu hoch.Wir arbeiten uns durch die Riedgräser hindurch und stehen amRande einer gewiß mehr als hektargroßen Fläche, dicht bestocktmit Adlerfarn (Pteris aquilina); ein ungewohnter Anblick.Das muß ehemaliger Waldboden sein, auf dem die Farnkräutergeschont werden, weil sie eine gute Streue liefert* Der NameAdlerfarn erklärt sich leicht; man schneide einen Stengel tiefunten an der Basis durch und dann erscheint auf der Schnittflächeder russische Doppeladler klar und deutlich in dunkler Zeichnung.Die durchschnittenen, so eigentümlich angeordneten Gefäßbündel,die Wasserleitungsbahnen der Pflanze, erzeugen das Bild.

Noch einen Blick zurück auf die graubraune Mulde, aus dereinige Föhren und Birken sich erheben, die dem Ganzen einennordischen Stempel aufdrücken, und dann über die nun wiederfrischgrünen Wiesen, vorbei an den reichbeladenen Obstbäumen,heimwärts.

5. Ein Herbstspaziergang.

(St. Josephen-Abtwil-Steinegg.)

Ende Oktober.

Schon hat der Winter uns gedroht und Stadt und Umgebungfür einen Tag mit seinem Weiß überzuckert; aber er hat noch-mal weichen müssen vor der Herbstsonne, die die Trauben drübenim Rheintal noch zur vollständigen Reife auskochen mußte. Undnun scheint uns doch noch ein prächtiger Herbst beschieden zusein. Für wie lange? Es ist wohl besser, wir benützen den erstenschönen Tag zu einem Herbstspaziergang, bevor neue Sturmwindedas buntgefärbte Laub des Waldes noch mehr zerzaust haben.

Vom rechten Flügel abmarschieren, Direktion St.Josephen-Abtwil! so klingts in den Ohren des einen von uns in Erinne-rung an die längst vergangenen Tage der Rekrutenschuie nochjedesmal, wenn wir bei der Kaserne vorbei spazieren, um beimFeldle rechts, der Sitter zu, umzubiegen; denn dort hinunter gehtsauch zum weitenbreiten Feld. Aber heute marschiert es sichleichter ohne Sack und Pack. Wir dürfen Halt machen, wosuns gefällt und wo was zu sehen ist.

Unterhalb des Friedhofes winken die Steilwände des linkenSitterufers zu uns herüber; bei einer Häusergruppe verlassen