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Naturgeschichtliche Streifzüge / von Dr. P. Vogler (Professor an der St. Gallischen Kantonsschule) und Ch. Falkner (Lehrer an der Mädchenrealschule der Stadt St. Gallen)
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10. Einewässrige Exkursion zu den Weihernauf Dreilinden.

Mitte Oktober.

Das ischt en Herbscht! so seufzt heuer männiglich. ErstMitte Oktober und schon prangte der Freudenberg mehrere Tagenacheinander im weißen Schneemantel. Wie soll das noch werden?Man könnte fast meinen, wir gingen einer neuen Eiszeit entgegen;oder ist am Ende etwas an dem Gerücht, das neulich durch diePresse ging, der Golfstrom sei aus seiner Bahn mehr gegen dieamerikanische Küste hingelenkt worden? Hoffentlich wirds baldbesser und beschert uns Jupiter doch noch ein ordentliches Alt-weibersömmerchen.

Der Sonntag versprach wirklich alles Gute. Am Mittag eitelSonnenschein, so daß die weißen Höhen prächtig glänzten; dazuder Föhn, der die Straßen trocknete, die Schneeflecken wegleckte.Kurz ein Sonntag, der die Städter in Scharen hinauslockte ausder Stube, wo seit manchem Tag das Feuer im Ofen gebrannt.Wir freuten uns bereits auf denGallitag; da haben wir Schul-meister ja frei, und das gibt wieder einmal einen Streifzug überdie Höhen bei unserer Stadt.

Der Montag-Vormittag läßt sich auch in der Tat noch rechtgut an, wie wir aber am Mittag ausrücken, siehts schon wiederweniger zuversichtlich aus. Sollen wir den Schirm mitnehmenoder nicht? Wir sind optimistisch und begnügen uns zusammenmit einem, der zudem noch recht klein ist. Es hat ja so manchenTag hintereinander geregnet und geschneit, daß es jetzt wohl einpaar Tage aussetzen kann.Doch mit des Geschickes Mächten etc.,und Petrus scheints nicht mit denen von der Naturgeschichte zuhalten.

Unser erstes Ziel sind die Weiher auf Dreilinden. Beim neuenReservoir verlassen wir die Speicherstraße. Wir sehen nichts mehrvon den Petrefakten, die hier letztes Jahr beim Bau in Masse ge-sammelt werden konnten, und auch die Spuren des Schlipfs, derdie halbfertige Arbeit wieder zerstörte, sind verschwunden. DenFuß der Schichten, die damals herunterrutschten, stützt nun einefeste Mauer.

Die Fläche rechts vom Weg, wo beim Bau der Schutt ab-gelagert worden war, ist heute noch nicht wieder recht ergrünt.AllerleiUnkraut hat sich da angesiedelt. Gerade am Wege selbst,vom Fußgänger immer und immer wieder getreten, wuchert in