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den veränderten Existenzbedingungen, welche z. B. durch denVogelschutz und die Fütterung im Winter von den Menschenihr geboten wurden, anzupassen verstanden und sich alle Vorteiledabei zunutze gemacht. Wenn sie dabei auch, wie gesagt, einFrechling geworden ist, so wollen wir es ihr, ganz speziell ihresschönen Gesanges wegen, nicht allzuhoch anrechnen — nurverlangen wir, daß sie es bei uns nicht etwa gar so bunt treibe,wie auf den Azoren , wo man ihretwegen die Erdbeerkultur völligaufgeben mußte; freilich ein Heiliger ist die Amsel trotz ihresschwarzen Röckleins nicht, wie unsere Gärtner bezeugen werden,und es mag wohl auch etwas daran sein, daß sie die blinden,nackten Jungen unserer kleinen Sänger gelegentlich nicht ver-schmäht. Zum Schlüsse wollen wir nicht vergessen, zu betonen,daß ein großer Teil der Amseln auch heute noch den schützendenWald der Nähe der Menschen vorzieht und sich dort die ur-sprüngliche Scheu bewahrt hat.
Wir sind bei den Weihern angelangt; sie liegen in einerMulde zwischen zwei Nagelfluhbänken, von welchen die derStadt zunächst liegende (Mühlegg-Nagelfluh) sich als deutlicheKante riffartig Geltung verschafft, während die andere als Flächeden Nordhang des Freudenbergs bildet. Das zwischen diesenBänken eingebettete, meist mergelige Gestein ist ausgewittert unddie Erosion hat die Auswitterungsmulde vertieft, so daß ein kleinesLängstälchen entstanden ist; auf beiden Seiten desselben fallen dieGesteinsschichten gleichsinnig nach Nordosten, also der Stadt zu:Isoklinaltal ; zu dieser Art von Tälern gehört beispielsweise auchdas Tal der Demut, das Philosophental, unser Hochtal vonSt. Gallen , und überhaupt alle Längstäler unserer nächsten Um-gebung. Durch künstliche Querdämme wurde das Wassergestaut, und auf diese Weise entstanden die Weiher, deren Zweckes war, in Zeiten der Wasserarmut die Steinach zu speisen, damitdie Mühlen des Tobels, auf welche die Stadt seinerzeit angewiesenwar, nicht zum Feiern genötigt waren.
Der Regen will nicht aufhören; er wird eher stärker. Unterdem Vordach der Frauenbadeanstalt suchen wir für eine kurzeZeit Schutz, bis das ärgste vorbei ist. Vorläufig denken wir nochnicht an eine Rückkehr.
Rechts vom Wege gegen die neue Mädchenbadeanstalt sehenwir große Haufen, viele Wagenladungen, die wie nasses Grasaussehen. Es ist Elodea canadensis, die Wasserpest, die im Nellus-weiher wirklich zu einer Pest geworden ist. Trotz der riesigen
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