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Konstanz, Mannenbach und seine Umgebung / / beschrieben von Felix v. Blocken
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Laufen.

die namentlich an hellen Winteitagen, bei tiefer Temperatur, weit-hin sichtbar emporgehoben werden.

Jedenfalls mag in unbekannten Vorzeiten die Gesteinsbankbedeutend höher gewesen sein; dies bekunden einige in Mitte deswogenden Aufruhrs stehengebliebene, die Steinfläche hochüber-ragende Felsenzähne, deren mittelster völlig gefahrlos mit einemNachen von der Schweizerhof-Seite her zu erreichen und zu be-steigen ist.

Von märchenhafter Pracht ist das Schauspiel in einer klarenVollmondnacht oder bei Beleuchtung mit bengalischen Flammen,welche der sehr aufmerksame Herr "WegeDstein, Wirth vomSchweizerhof, auf seine Kosten veranstaltet. Durch die Gartenanlagenhinab zum s. g. Schlösschen "Wörth. Von hier mit Nachen hin-über zur Fischetz und hinauf zum Schloss

Laufen,

einem von zinnengezackten Mauern umgebenen, von Thürmenflankirten, mittelalterlich aussehenden Bau, in welchem die Kunst-verlagshandlung Bleuler ihre Magazine etablirt hat. Hier ist derHauptstandpunkt für Spezialbeschauung des Kataraktes. Fremdezahlen 1 Fr., Schweizer 60 Cts. für den Eintritt zu dem in denWogenkampf hinausgebauten festen Holzgerüste, welches man, ineinen Wachstuchmantel eingehüllt, betritt. Nun erst, in unmittel-barer Nähe des überwältigenden Schauspieles, erhält man einenrichtigen Maasstab für die Grossartigkeit der ganzen Erscheinung,die gar häufig beim ersten Gesammtanblick namentlich vonSolchen unterschätzt wird, deren Auge noch nicht für die richtigeTaxation von Grössenverhältnissen in der Natur geübt ist Diebekannten Regenbogenspiele im Wasserstaub kann man im SommerMorgens bis etwa 8 Uhr und Nachmittags von 3 Uhr an beobachten.