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Konstanz, Mannenbach und seine Umgebung / / beschrieben von Felix v. Blocken
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40 Konstanz.

der herrliche Eheinfall, wird er auf 12 Meilen hin wieder zum 1»wilden Bergwasser und ist bis zu Basel auch nicht mehr schiffbar. 4

Wenn im Hochgebirge der Schnee schmilzt, wächst derBodensee sehr bedeutend und steigt sein Wasser bis Ende Junimeist um 2 m. über den Wasserstand. Selten überfiuthet erseine Ufer. Seinen höchsten Wasserstand hatte er 1817. Damalskamen viele Orte am See in wirkliche Wassernoth. Auch 1876 trat ermehrfach über die niedrigen Ufer und standen selbst einzelnePlätze und Strassen von Lindau unter Wasser.

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Ganz selten friert der ganze Bodensee zu. Nach den ge-machten Beobachtungen war dies in den letzten 8 Jahrhundertenungefähr 26 mal der Pall, in unserem Jahrhundert 1830 und1880 also schon zweimal.' Am 3. Februar 1880 wurde vonden Bewohnern der oberen Bodenseegegend ein förmlichesEisjubiläum unter den verschiedensten Lustbarkeiten gefeiert.Bis auf einige Stellen im mittleren Bodensee war der See festgefroren und das Eis hatte eine Dicke von 8- 15 Centimeter,ja zwischen Lindau und Bregenz war das Eis 30 und mehrCentimeter dick. Zu tausenden und aber tausenden sah mandie Bewohner der verschiedenen Bodenseeorten und der Nachbar-schaft auf dem Eise lustwandeln oder Schlittschuhfahren und esentstanden förmliche Eisstrassen von Lindau nach Bregenz , Fuss-ach, Iiard, Schachen und Wasserburg. Auch bei Überlingen bildete sich auf dem Eise reges Leben; die Leute gingen auf demEise nach Dingelsdorf , von Unteruhlingen und Meersburg nachder Mainau und Konstanz. Die Dampfschiffe aber lagen in denSeehäfen eingefroren. Schon am 19. Februar konnten die Dampferihre Fahrten wieder aufnehmen. (Merkwürdig war es, dass in

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