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Konstanz, Mannenbach und seine Umgebung / / beschrieben von Felix v. Blocken
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4o Konstanz .

ihm weilt, desto mehr lernt man seine reizenden Uferlandschaftenkennen und lieben. Am östlichen und südlichen Rande des Seestreten die malerischen Voralpen (Pfaender- und Rorschacher-berg) bis ans Ufer heran, und hinter denselben erhebt sich dasHochgebirge mit seinen zerklüfteten Felsenmassen, seinen wildenSchluchten, seinen Schneefeldern, und zackigen Gipfeln, majestätischvor unseren Blicken, während am westlichen und nördlichenGelände niedere Hügelreihen terrassenförmig die fruchtbaren Uferumsäumen, auf welche das Hochgebirg nur aus der Ferne her-überwinkt.

Die Seegegend hat ein eigenthümliches Klima. Der atmo-sphärische Niederschlag ist beträchtlich grösser als im Binnenlande.Nebel ist besonders im Spätherbst und Winter häufig und lagertmanchmal wochenlang so dicht über dem See und den Ufern,dass man keine 2 Meter weit sieht, die Dampfer nach demKompass fahren, die Maschine nicht mit voller Kraft arbeiten,die Dampfpfeifen, gewaltig tönende Hörner und die Schiffsglockenmit ihren Signalen nur wenige Secunden pausiren. Bekanntlichbehält das Wasser die aufgenommene Wärme länger als dieLuft, daher die Temparatur der Luft um 1012° R. wechselnkann, während sich die des Seewassers nur um 23° ändert.Deswegen ist im Sommer bei warmer Witterung ein Morgenbadim See das angenehmste, und wenn das Baden in Flüssen undBächen für gewöhnliche deutsche Naturen ein Ende hat, ladetdas Seewasser noch immer ein. Im Sommer beträgt dessenTemparatur 1622° R. Es gibt von seiner höheren Temparaturan die Luft ab, daher sind die Sommerabende am See verhältnis-mässig lauer als selbst in den milden Thallandschaften desinneren Landes.