1 «
99
bi|
Vor Allem interessant sind aber die nahe bei Ueberlingen ge-legenen Heidenlöcher, die leider beim Bau der nach Ludwigs hafen führenden neuen Strasse grossentheils zerstört wurden, ohneZweifel altkeltische Wohnungen, welche mit den Pfahlbauten inBeziehung stehen, die bei Maurach, Unterwihl, Singen, NussdorfSipplingen die reichen Pundgaben, die im Konstanzer Ros-garten nieder gelegt sind. Später haben wohl Sueven die Keltenverdrängt, endlich bekamen Alemannen sie im Besitz. Ein tiefin der Mollasse gehauener Karren weg bei Goldbach trägtnoch ganz altseltisches Gepräge.
Im Sommer landen täglich an der Insel
mehrmals Dampfschiffe am kleinen, aber sichern Hafen. VonKonstanz erreicht man sie zu Puss über St. Katharina, einem ehe-maligen Prauenklösterchen, in 6 Kilometer auf schattigen Wald-wegen, von Wegweisern geleitet. Auch der Weg auf der Land-strasse ist sehr hübsch. Die Mainau ist mit dem nahen Pest-lande durch eine Brücke verbunden.
Ausserordentlich lieblich steigt diese deutsche Isola bella ausden klaren Pluthen des Sees empor und erhebt sich terrassen-förmig ca. 45 m. über dieselbe. Hoch oben steht das stolzePürstenschloss (mit einer kleinen Kirche), der Sommeraufent-halt der Badischen Regentenfamilie. Die Insel war zuerstim Besitze der Abtei Reichenau, dann kam die „Maig 'inöwc“ anden Deutsch-Herren-Orden. Seit 1853 ist sie Privateigenthum desGrossherzogs von Baden. In dem im Barockstil vom ArchitektenBagnato erbauten Schlosse ist mehreres Schöne zu sehen, zwei
7*